Ensdorf. Die letzten Bauten auf dem Areal des ehemaligen Kohlekraftwerks Ensdorf sind am Sonntagmorgen pünktlich um 08.00 Uhr gesprengt worden. Dabei handelte es sich um das fast 80 Meter hohe Kesselhaus und einen Bunkerschwerbau. Für die Aktion waren nach Angaben der VSE AG zuvor rund 300 Kilogramm Sprengstoff verbaut worden. Die Sprengungen seien nach Plan und ohne Störungen verlaufen.
Rund um das Gelände war eine Sicherheitszone eingerichtet worden. So wurden ein Abschnitt der Autobahn 620 in beiden Fahrtrichtungen und ein Abschnitt der Bundesstraße 51 in der Nähe des Kraftwerks gesperrt.

Erste Sprengarbeiten bereits 2024
Ende Juni 2024 war der rund 120 Meter hohe markante Kühlturm des früheren Kohlekraftwerks gesprengt worden. Auch zwei Schornsteine mit einer Höhe von 150 und 180 Metern gingen damals zu Boden. Für die Sprengung kamen über 110 Kilogramm Sprengstoff und rund 2.300 Zünder zum Einsatz. Die Vorbereitungen dauerten mehr als 15 Wochen und umfassten unter anderem 2.225 Bohrungen sowie den Einsatz von 36.000 Litern Wasser zur Staubbindung. Die Abrissarbeiten sollen Ende September beendet sein.
Vom Kohlekraftwerk zur Chipfabrik
Das Kraftwerk Ensdorf, 1961 von der VSE AG errichtet und 2017 stillgelegt, war ein Symbol der saarländischen Montanindustrie. Seit Anfang 2023 wird das Gelände zurückgebaut, um Platz für neue Entwicklungen zu schaffen. Der US-Chiphersteller Wolfspeed plant, gemeinsam mit dem ZF-Konzern, auf dem Areal eine moderne Halbleiterfabrik für Siliziumkarbid zu errichten. Das Projekt, mit einer Investition von bis zu drei Milliarden Euro, soll etwa 600 neue Arbeitsplätze schaffen und wird als Leuchtturm des Strukturwandels im Saarland angesehen.
Der Baubeginn der Chipfabrik ist für 2025 vorgesehen, nachdem ursprünglich ein Start für 2023 geplant war. Die Verzögerung hängt unter anderem von der Zustimmung des Bundeskartellamts zur geplanten Zusammenarbeit zwischen Wolfspeed und ZF ab.
