Heidenau. Am Sonntagabend kam es in Heidenau (Sachsen) zu einem Großbrand in einer leerstehenden Werkhalle an der Staatsstraße 172. Das Feuer brach laut ersten Ermittlungen in einem Bereich aus, in dem alte Autoreifen gelagert waren. Die Polizei geht inzwischen von Brandstiftung aus, da es keine Hinweise auf eine Selbstentzündung gibt.
Alte Reifen in Flammen
Die Flammen schlugen am Abend gegen 19 Uhr aus der verlassenen Werkhalle, die direkt an der stark befahrenen Staatsstraße S172 liegt – in unmittelbarer Nähe zu einem Möbelmarkt. Dichte Rauchwolken zogen über die Umgebung und führten zu einer erheblichen Sichtbehinderung. Aus Sicherheitsgründen musste die Straße für mehr als eine Stunde vollständig gesperrt werden. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot vor Ort, um den Brand unter Kontrolle zu bringen.
Nach Aussagen von Einsatzkräften brannten vor allem Altreifen, die offenbar schon länger in der Halle lagerten. Der Rauch war weithin sichtbar, und Anwohner wurden über Lautsprecherdurchsagen und Warn-Apps aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten.
Werkhalle offenbar als Mülllager genutzt
Wie Reporter vor Ort berichteten, handelt es sich bei der brennenden Halle um ein altes, nicht mehr genutztes Industriegebäude, das direkt an der Bahnstrecke Dresden–Prag liegt. In dem Objekt sollen sich nicht nur Reifen, sondern auch große Mengen an Unrat und Unratansammlungen befunden haben. Dies habe die Löscharbeiten zusätzlich erschwert, teilten Feuerwehrleute mit. Die Halle sei schon länger ein bekannter Problemfall gewesen, da sie regelmäßig illegal als Lager für Müll und Altmaterial genutzt worden sei.
Polizei ermittelt wegen Brandstiftung
Da eine Selbstentzündung als Ursache ausgeschlossen wird, hat die Polizei noch am Abend Ermittlungen wegen des Verdachts auf Brandstiftung aufgenommen. Ob der oder die Täter gezielt die Reifen in Brand setzten oder das Feuer versehentlich entstand, ist derzeit noch unklar. Zeugen, die Beobachtungen rund um den Brandzeitpunkt gemacht haben, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden.
Glücklicherweise wurden bei dem Vorfall keine Personen verletzt. Die genaue Schadenshöhe ist bislang nicht bekannt, wird aber von ersten Einschätzungen als erheblich eingestuft – auch wegen möglicher Umweltschäden durch die Verbrennung der Reifen.
Sicherheitsmaßnahmen und Kritik an leerstehenden Gebäuden
Die Stadtverwaltung kündigte an, das Gelände nach dem Brand auf Sicherheitsmängel überprüfen zu lassen. In den vergangenen Monaten hatte es in der Region immer wieder kleinere Brände in leerstehenden Gebäuden gegeben, was zu zunehmender Kritik an mangelnder Überwachung solcher Immobilien führt. Die Werkhalle in Heidenau galt seit Längerem als Sicherheitsrisiko.
Die Polizei bittet weiterhin um Hinweise aus der Bevölkerung und prüft derzeit auch, ob Überwachungskameras in der Nähe oder Aufnahmen von Verkehrskameras zur Aufklärung beitragen können.
