Meuselwitz. Mehr als zwei Wochen nach dem Ausbruch eines Großbrandes auf einer ehemaligen Bergbaufläche im Altenburger Land dauern die Löscharbeiten weiter an. Betroffen ist das Gebiet des früheren Tagebaus Rusendorf zwischen den Ortslagen Meuselwitz, Mumsdorf und Falkenhain. Während die Flammen an der Oberfläche inzwischen gelöscht werden konnten, bereiten vor allem die unterirdischen Brandherde den Einsatzkräften weiterhin große Sorgen. Die Rauchentwicklung und die damit verbundene Geruchsbelästigung beschäftigen seit Tagen zahlreiche Anwohner in den umliegenden Ortschaften.
Kohlereste im Boden sorgen für unterirdische Brandnester
Nach Angaben der zuständigen Stellen befindet sich der Brandbereich auf dem sogenannten Kohletrübebecken I, das in der bergrechtlichen und eigentumsrechtlichen Verantwortung der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) liegt. Das Becken wurde über viele Jahre unter anderem von der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft (MIBRAG) genutzt, um Ascherückstände einzuspülen. Im Untergrund befinden sich daher weiterhin Kohlereste, die sich entzündet haben und nun schwer zugängliche Brandnester bilden. Gerade diese unterirdischen Schwelbrände gelten als besonders problematisch, da sie sich über längere Zeit halten und nur mit großem technischem Aufwand bekämpft werden können.
Löschhubschrauber soll die Lage entschärfen
Um die Brände unter der Oberfläche gezielt zu bekämpfen, setzen die Verantwortlichen nun auf Unterstützung aus der Luft. Über das Wochenende vom 10. bis 12. Juli kommt ein Löschhubschrauber zum Einsatz, der die betroffenen Flächen aus der Luft mit großen Mengen Wasser versorgen soll. Der Hubschrauber wird täglich rund acht Stunden im Einsatz sein und dabei etwa 160.000 Liter Wasser pro Tag über dem Brandgebiet abwerfen. Die Wasserversorgung erfolgt aus dem nahegelegenen Restloch Zipsendorf, das ebenfalls zur LMBV gehört.
Von der Maßnahme erhoffen sich die Einsatzkräfte eine deutliche Abkühlung der betroffenen Bereiche und eine Eindämmung der Rauchentwicklung.
Kreisstraße zwischen Mumsdorf und Falkenhain gesperrt
Der Einsatz des Hubschraubers hat auch Auswirkungen auf den Verkehr in der Region. Aus Sicherheitsgründen muss während des Flugbetriebes die Kreisstraße K216 zwischen Mumsdorf und Falkenhain vollständig gesperrt werden. Die Sperrung gilt von Freitagabend bis Sonntagabend und betrifft den gesamten Durchgangsverkehr. Verkehrsteilnehmer werden gebeten, die ausgeschilderten Umleitungen zu nutzen.
Anwohner leiden unter anhaltender Rauchbelastung
Besonders belastend bleibt die Situation für die Menschen in den umliegenden Orten. Vor allem die nordwestliche Hauptwindrichtung sorgt dafür, dass die Rauchfahne regelmäßig über bewohnte Gebiete zieht und dort zu erheblichen Geruchsbelästigungen führt. Die LMBV räumt ein, dass die Belastung für die Bevölkerung erheblich ist. Vor allem die Anwohner in den besonders betroffenen Ortschaften seien seit Tagen den Auswirkungen des Schwelbrandes ausgesetzt.
Keine Prognose für das Ende der Löscharbeiten
Wann die unterirdischen Feuer endgültig gelöscht werden können, ist derzeit völlig offen. Nach Angaben der Verantwortlichen lässt sich aktuell nicht abschätzen, wie schnell die eingeleiteten Maßnahmen Wirkung zeigen werden. Damit bleibt unklar, wann die Rauchentwicklung vollständig gestoppt und die Situation für die Anwohner spürbar verbessert werden kann. Die Einsatzkräfte und Behörden überwachen das Gebiet weiterhin rund um die Uhr und passen die Maßnahmen laufend an die Entwicklung der Lage an.
