Hameln. In Hameln beginnt ein ungewöhnliches Konversionsprojekt: Auf dem ehemaligen britischen Militärgelände Wouldham Camp entsteht eine naturnahe Auenlandschaft. Wo jahrzehntelang ein Wasserübungsgelände der britischen Rheinarmee lag, soll künftig die Natur wieder den Ton angeben. Am 11. September 2026 fiel mit einem symbolischen Spatenstich der Startschuss für die Renaturierung.
Sieben Gebäude und drei Brücken sind verschwunden
Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) hat das Gelände bereits umfassend zurückgebaut. Sieben Gebäude und drei Brücken wurden entfernt, mehr als drei Hektar versiegelte Fläche entsiegelt. Insgesamt umfasst das Renaturierungsgebiet rund 11,7 Hektar. Nun beginnen die Erdarbeiten: Rund 30.000 Kubikmeter Boden werden bewegt, um die ursprünglichen natürlichen Strukturen wiederherzustellen.
Neue Lebensräume an Weser und Humme
Kern des Projekts ist eine wassergeprägte Auenlandschaft mit neuen Einströmrinnen von Weser und Humme. Im Norden sollen Flutmulden entstehen, während im Südwesten ein naturnaher Auenwald angelegt wird. Im Südosten ist artenreiches Grünland vorgesehen, das künftig extensiv beweidet werden soll.
Davon sollen zahlreiche Tier- und Pflanzenarten profitieren. Unter anderem werden Lebensräume für Biber, Eisvogel und Mehlschwalbe geschaffen. Die neu entstehenden Auenwaldbiotope sollen sich nach Abschluss der Arbeiten weitgehend ohne menschliche Eingriffe entwickeln.
Keine neue Bebauung, sondern Natur
Bemerkenswert ist vor allem die Richtung dieser Konversion. Statt die ehemalige Militärfläche erneut zu bebauen, wird sie vollständig in eine Naturlandschaft umgewandelt. Das Projekt soll Hochwasserschutz, Artenvielfalt und natürlichen Klimaschutz miteinander verbinden und zugleich das Stadtklima in Hameln verbessern.
Das Wouldham Camp zeigt damit eine eher seltene Seite militärischer Konversion: Nicht jede aufgegebene Kaserne oder Übungsfläche muss zum Baugrundstück werden. In Hameln wird aus einer ehemaligen Militärbrache ein neues Stück Natur an der Weser.
