Saalow. Das verlassene Gelände des einstigen Pflegeheims „Saalower Berg“ steht ab sofort unter Denkmalschutz. Damit ist ein weiteres Relikt aus DDR-Zeiten offiziell in die Denkmalliste des Landes Brandenburg aufgenommen worden – und seine Zukunft bleibt weiter ungewiss. Auf dem etwa 20 Hektar großen Areal lebten bis in die frühen 1990er Jahre rund 900 Menschen. Nach dem Mauerfall übernahm das Deutsche Rote Kreuz (DRK) die Einrichtung und leitete eine Umstrukturierung ein. Heute existiert in der Nähe nur noch ein deutlich kleineres Pflegeheim – der Rest des Geländes liegt brach.
Eigentümer der Immobilie mit früherer Aussegnungskapelle ist der Landkreis Teltow-Fläming. Trotz mehrfacher Verkaufsversuche und eines mittlerweile stark reduzierten Angebotspreises – unter 500.000 Euro – fand sich bislang kein Käufer. Die klamme Haushaltslage des Kreises mit einem Defizit von 25 Millionen Euro erhöht den Verkaufsdruck zusätzlich.
Offizieller Denkmalschutz seit August
Bereits im August wurde das Gebiet auf Empfehlung des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseums (BLDAM) in die offizielle Denkmalliste aufgenommen. Ein entsprechender Termin zur Begutachtung hatte schon 2019 stattgefunden. Warum es gerade damals zur Prüfung kam, ist laut der Unteren Denkmalschutzbehörde nicht bekannt.
Ob der Denkmalschutz die Verkaufschancen mindert oder sogar fördert, bleibt offen. Die Kreisverwaltung verweist darauf, dass einige Investoren gezielt nach denkmalgeschützten Objekten suchen – unter anderem wegen steuerlicher Vorteile.
Investoren zögern – Nutzung eingeschränkt
Ein vielversprechender Kaufinteressent ist kürzlich abgesprungen. Geplant war eine Wohnnutzung – doch laut Angaben der Behörden seien auf dem Areal nur gewerbliche Nutzungen oder Künstlerateliers zulässig. Die strikten Vorgaben und schwierigen Rahmenbedingungen sorgten dafür, dass der Investor das Vorhaben aufgab. Ein möglicher zweiter Anlauf scheiterte an veränderten wirtschaftlichen Bedingungen.
Auch eine im Bürgermeisterwahlkampf 2023 vorgeschlagene Idee für einen Bildungscampus für Jung und Alt wurde seitens der Kreisverwaltung abgelehnt. Tobias Krüger, parteiloser Bürgermeister der Gemeinde Am Mellensee, betont dennoch: „Unsere Gemeinde hat großes Interesse an einer sinnvollen Entwicklung des Geländes. Es darf nicht weiter dem Verfall überlassen werden.“
Mit Blick auf den frisch verhängten Denkmalschutz hofft Krüger, dass die neuen Auflagen nicht zur weiteren Hürde beim Verkauf werden. Denn der Wunsch vor Ort bleibt klar: Das Areal soll endlich wieder belebt werden.
