DDR-Architektur: Berliner FEZ Wuhlheide wird Denkmal

Foto: Dirk Ingo Franke/CC BY-SA 4.0
Foto: Dirk Ingo Franke/CC BY-SA 4.0

Berlin-Treptow-Köpenick. Das Freizeit- und Erholungszentrum (FEZ) in der Wuhlheide, eines der bedeutendsten Relikte ostdeutscher Architektur und einstiger Pionierpalast der DDR, steht ab sofort unter Denkmalschutz. Das Landesdenkmalamt Berlin hat die Entscheidung am Freitag bekannt gegeben – ein klares Signal für den Erhalt eines kulturellen und architektonischen Zeitzeugens.

„Das FEZ ist ein einzigartiges Dokument der DDR-Geschichte“, erklärte Landeskonservator Christoph Rauhut. Der von Günter Stahn entworfene Gebäudekomplex gilt als Meisterwerk der DDR-Moderne. Mit seinem markanten Baukörper, dem zentralen Foyer, zahlreichen Veranstaltungssälen, einer Sport- und Schwimmhalle sowie Räumen für Arbeitsgemeinschaften verkörpert das Zentrum die Vision eines sozialistischen Bildungsideals – außerhalb des regulären Schulbetriebs.

Eröffnet wurde das damalige „Pionierpalast Ernst Thälmann“ am 3. Oktober 1979 als zentrale Freizeiteinrichtung für Kinder und Jugendliche. Bis heute wird das FEZ als Zentrum für Kinder-, Jugend- und Familienarbeit genutzt. Mit über 13.000 Quadratmetern Indoor- und 175.000 Quadratmetern Außenfläche ist es laut Landesdenkmalamt das größte seiner Art in Europa.

Berlins Bausenator Christian Gaebler (SPD) würdigte das Zentrum als „lebendigen Ort der Begegnung“, der bis heute einen zentralen Platz in der Kinder- und Jugendarbeit einnehme. „Der Denkmalschutz ist ein notwendiger Schritt, um dieses architektonische und historische Juwel dauerhaft zu bewahren.“

Die Aufnahme in die Denkmalliste bedeutet nicht nur eine Würdigung der Vergangenheit, sondern auch eine Verpflichtung für die Zukunft. Das FEZ bleibt ein Ort gelebter Geschichte – nun unter Schutz gestellt, um kommende Generationen an ein Stück Berliner Stadt- und DDR-Geschichte zu erinnern.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert