Das ehemalige Strabag-Areal wird saniert

Foto: AAV/Stadt Soest
Foto: AAV/Stadt Soest

Soest. Das ehemalige Strabag-Areal in Soest, einst ein bedeutendes Industriegebiet, erfährt derzeit eine umfassende Transformation hin zu einem modernen Wohn- und Mischgebiet. Dieses Projekt zählt zu den größten städtebaulichen Vorhaben der Stadt und soll auf einer Fläche von etwa 66.000 Quadratmetern Raum für rund 260 Wohneinheiten bieten. ​

Historische Nutzung und Notwendigkeit der Sanierung

Über 150 Jahre diente das Gelände als Walzwerk und Zentralbauhof. Diese intensive industrielle Nutzung hinterließ erhebliche Bodenbelastungen, insbesondere durch Mineralölkohlenwasserstoffe, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und Schwermetalle wie Blei, Kupfer und Zink. Um eine sichere Wohnnutzung zu gewährleisten, ist daher eine gründliche Bodensanierung unerlässlich. ​

Sanierungsprozess und Zeitplan

Im Sommer 2024 wurden umfangreiche Sanierungsarbeiten eingeleitet, die voraussichtlich neun Monate in Anspruch nehmen werden. Der Prozess umfasst die Entsiegelung des Bodens, gezielte Sanierung von belasteten „Hot-Spots“ durch Bodenaustausch und die Errichtung eines landschaftlichen Erhebungswerks als Lärmschutzmaßnahme. Bis zu einer Tiefe von zwei Metern werden belastete Bodenpartikel entfernt und sicher entsorgt. ​

Geplante Bebauung und Nutzung

Nach Abschluss der Sanierung ist vorgesehen, im nördlichen Bereich des Areals ein reines Wohnquartier zu etablieren. Der südliche Abschnitt soll eine Mischung aus Wohnraum, Dienstleistungsbetrieben, Gewerbe und Bildungseinrichtungen bieten. Ein grüner Korridor wird die beiden Bereiche voneinander trennen und mit einem Spielplatz sowie einem Landschaftsbauwerk, einem begrünten Hügel, ergänzt. ​

Bürgerbeteiligung und weitere Schritte

Im Juni 2022 wurde ein Bebauungsplan-Entwurf vorgestellt, der die Grundlage für die weitere Planung bildet. Zudem wurden Bürgerbeteiligungsverfahren durchgeführt, bei denen Anwohner Vorschläge für die Benennung der zukünftigen Straßen im Neubaugebiet einreichen konnten. ​

Aktueller Stand und Ausblick

Im Januar 2025 wurden die ersten Schritte der Sanierung eingeleitet, darunter der Abriss maroder Hallen und die anschließende Bodenaufbereitung. Trotz anfänglicher Bedenken und Fragen von Anwohnern über den Verlauf der Arbeiten zeigt sich die Stadt optimistisch, dass das Projekt erfolgreich umgesetzt wird. ​

Mit der fortschreitenden Entwicklung des ehemaligen Strabag-Areals wird ein bedeutender Beitrag zur Schaffung von Wohnraum und zur Aufwertung des Stadtteils geleistet. Die sorgfältige Planung und Umsetzung berücksichtigen sowohl die historischen Gegebenheiten als auch die Bedürfnisse der zukünftigen Bewohner.

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