Dresden. Nach dem verheerenden Brand in der ehemaligen Staatsoperette im Dresdner Stadtteil Leuben laufen die Sicherungsmaßnahmen auf Hochtouren. Wegen akuter Einsturzgefahr haben Arbeiter nun damit begonnen, das beschädigte Dach der Ruine Stück für Stück abzutragen. Wie die Stadt mitteilt, hat die Sicherheit der Einsatzkräfte und der Bevölkerung oberste Priorität.
Besonders spektakulär ist der Einsatz eines Langarmbaggers, der den Schornstein sowie die stark beschädigte Giebelwand zum einstigen Bühnenbereich abtragen soll. Die Arbeiten werden voraussichtlich zwei bis drei Wochen dauern. Ob Teile des Gebäudes erhalten bleiben können, ist bislang unklar.
Asbest-Verdacht nicht bestätigt
Für Erleichterung sorgt eine Untersuchung der verwendeten Dachmaterialien: Ein beauftragtes Prüflabor stellte fest, dass die Schieferdachschindeln keinen gebundenen Asbest enthalten. Ursprünglich war man von einem Asbest-Verdachtsfall ausgegangen, weshalb die Abrissarbeiten zunächst unter strengen Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt wurden. Schutzanzüge und Atemmasken waren Pflicht – obwohl nach Behördenangaben für Anwohner zu keiner Zeit eine Gesundheitsgefahr bestand.
Versicherung erarbeitet Abbruchkonzept
Parallel zum Dachabriss arbeiten Sachverständige der Gebäudeversicherung gemeinsam mit einem Dresdner Statikbüro an einem umfassenden Abbruchkonzept. Am 1. Juli wurden erste Untersuchungen zur Statik und möglichen Schadstoffen durchgeführt. Weitere Begutachtungen des tragenden Gebäudeteils sind nötig, um zu klären, in welchem Umfang ein vollständiger Abriss erforderlich ist oder ob Teile der historischen Struktur erhalten werden können.
