Bürolofts statt Industriebrache in Schwabing-West

Foto: ehret+klein
Foto: ehret+klein

München. Jahrzehntelang war es still um das alte Kesselhaus in Schwabing-West. Die Fenster teilweise zerstört, Graffiti an den Wänden – das historische Gebäude schien dem Verfall geweiht. Ursprünglich um 1900 als erstes Heizkraftwerk Münchens erbaut, versorgte es einst das Schwabinger Krankenhaus mit Strom, Wasser und Wärme. Doch seine ursprüngliche Funktion ist längst überholt. 2021 wechselte das Industriedenkmal den Besitzer – und nun kehrt neues Leben ein.

Die Projektgesellschaft ehret+klein hat sich des rund 3000 Quadratmeter großen Areals angenommen. Unter dem neuen Namen „Maschinenhaus“ soll das alte Kesselhaus umfassend saniert und einer modernen Nutzung zugeführt werden. Geplant ist eine Transformation zu einem Bürogebäude mit Loftcharakter, bei der der Charme der Industriearchitektur erhalten bleibt. „Ein Blick ins Innere ist wie eine Zeitreise“, beschreibt ein Sprecher der Eigentümer die besondere Atmosphäre.

Das renommierte Münchner Architekturbüro Hild und K zeichnet für die Sanierung verantwortlich. Das Ziel: Den historischen Charakter bewahren und gleichzeitig Raum für moderne Arbeitswelten schaffen. Neben großzügigen Großraumbüros sollen auch flexibel nutzbare Co-Working-Spaces, Besprechungsräume und Teeküchen entstehen. Insgesamt werden rund 3860 Quadratmeter Bürofläche realisiert.

Fortschritte trotz Verzögerung

Die grundlegenden Bauarbeiten sind bereits weit vorangeschritten. Das Gebäude wurde vollständig entkernt und um zusätzliche Büroetagen ergänzt. Dank des offenen Designs kann die Luft frei zirkulieren – eine Klimaanlage wird so auch im Sommer nicht benötigt, wie ein Sprecher erklärt. Zwar liegt das Projekt im Zeitplan leicht zurück, dennoch gibt es Grund zur Freude: Am 13. Mai wird das Richtfest gefeiert. Der neue Dachstuhl für den geplanten Gastronomiebereich ist bereits fertiggestellt.

Platz für Gastronomie und Parkplätze

Zusätzliche Anbauten ermöglichen künftig einen Gastronomiebetrieb auf rund 489 Quadratmetern, inklusive Innenhof und Terrasse. Auch eine neue Tiefgarage mit 31 Stellplätzen wurde geschaffen – eine praktische Ergänzung am Standort Mildred-Scheel-Bogen 19.

Vermarktung läuft bereits

Schon jetzt wirbt die Projektgesellschaft um potenzielle Mieter. Vier Büroetagen stehen künftig zur Verfügung – ideal für Unternehmen oder Freelancer, die eine besondere Arbeitsumgebung suchen. Die offene Loft-Struktur und die historische Substanz verleihen dem Projekt eine ganz besondere Note. Die Fertigstellung ist bis Ende des Jahres vorgesehen.

Das alte Kesselhaus, einst Versorger des Krankenhauses, wird so zu einem Ort für kreative Arbeit und neue Ideen – ein Stück Münchner Industriegeschichte, das in die Zukunft geführt wird.

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