Zementwerk Burania Büren

Über Jahrzehnte gehörte das Zementwerk Burania zu den prägenden Industriebetrieben von Büren. Nördlich des Bahnhofs entstand ein weitläufiger Industriekomplex mit Steinbrüchen, Werksgleisen und Produktionsanlagen. Heute ist von dem einst bedeutenden Zement- und Kalkwerk nur noch wenig zu sehen. Die geologischen Voraussetzungen waren ideal. Rund um Büren standen umfangreiche Kalksteinvorkommen zur Verfügung, die seit langem wirtschaftlich genutzt wurden. Burania gehörte zu einer ganzen Reihe von Kalk- und Zementwerken, die sich in Büren entwickelten. Der Name Burania geht auf die lateinische Bezeichnung „Buranon“ für Büren zurück. Um 1900 begann der Betrieb, der später als Burania Portlandzement- und Kalkwerk Betriebs-GmbH geführt wurde.

Ein Werk mit eigener Eisenbahn

Für die industrielle Produktion waren die Steinbrüche von zentraler Bedeutung. Burania betrieb mehrere Abbauflächen, darunter einen unmittelbar am Werk gelegenen Steinbruch. Zwei weitere Brüche waren über Seilbahnen mit der Fabrik verbunden. Auch die Eisenbahn spielte eine wichtige Rolle. Das Werk verfügte über ein Anschlussgleis an die Staatsbahn und zusätzlich über Feldbahnen mit 500 beziehungsweise 600 Millimetern Spurweite. Damit konnten Rohmaterialien aus den Brüchen zum Werk transportiert und die fertigen Produkte abtransportiert werden.

Feldbahnen im Steinbruch

Zum Betrieb gehörte eine kleine Flotte von Werkslokomotiven. Anfang der 1950er-Jahre erhielt Burania unter anderem mehrere Feldbahnlokomotiven der Hersteller Diema und Schöma. Sie transportierten Loren mit Kalkstein innerhalb der Gewinnungsanlagen. Die Werksbahn war damit ein wichtiger Bestandteil des Produktionsablaufs. Heute lässt sich anhand historischer Karten und Fotografien noch nachvollziehen, wie eng Zementwerk, Bahnhof und Steinbrüche miteinander verbunden waren.

Ein wichtiger Arbeitgeber in Büren

Das Werk prägte nicht nur die Landschaft, sondern auch das Wirtschaftsleben der Stadt. Historische Luftaufnahmen aus den 1950er- und 1960er-Jahren zeigen die ausgedehnten Anlagen unmittelbar hinter dem Bürener Bahnhof. Noch 1966 waren sowohl Burania als auch das benachbarte Zement- und Kalkwerk Evers in Betrieb. Auch für die örtliche Infrastruktur spielte das Werk eine Rolle. In Zeiten knapper Wasserreserven wurde beispielsweise Wasser vom Zementwerk Burania zur Versorgung der Stadt bezogen.

1970 kommt das Ende

Die Geschichte des Zementwerks endete schließlich 1970. Damit verschwand einer der traditionsreichsten Industriebetriebe Bürens. Zeitgenössische beziehungsweise historische Luftbilder dokumentieren bereits um 1970 den Niedergang des Werkes. Auch die Werkbahn wurde mit der Stilllegung aufgegeben. Eine der ehemaligen Burania-Lokomotiven überlebte allerdings und gelangte später sogar zu einem Torfwerk im Raum Vechta.

Heute erinnert nur noch wenig an Burania

Das ehemalige Werksgelände ist heute vor allem ein historischer Erinnerungsort. Der alte Steinbruch nördlich des Bahnhofs besitzt darüber hinaus geologische Bedeutung: Wissenschaftliche Veröffentlichungen dokumentieren dort Aufschlüsse der Kreidezeit. Das Zementwerk Burania steht damit beispielhaft für die industrielle Geschichte des Bürener Landes. Kalkstein, Zement, Werksbahnen und Steinbrüche bestimmten über Jahrzehnte das Bild rund um den Bahnhof. Mit der Stilllegung 1970 endete dieses Kapitel – geblieben sind historische Fotografien, Spuren im Gelände und die Erinnerung an einen Betrieb, der Büren einst sichtbar prägte.

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