Quedlinburg. Der markante „Mertik-Riese“ in Quedlinburg soll eine neue Funktion bekommen. Das rund 25 Meter hohe Gebäude, das einst zum größten Industriebetrieb der Stadt gehörte und nach dem Ende der DDR jahrzehntelang als Industriebrache galt, wird derzeit zu einem modernen Zentrum für Künstliche Intelligenz und erneuerbare Energien umgebaut. Besonders auffällig ist die neue schwarze Fassade. Sie besteht aus einer Photovoltaikanlage mit einer Leistung von rund 450 Kilowatt. Damit soll das Gebäude künftig einen wichtigen Teil seiner benötigten Energie selbst erzeugen. Ergänzt wird das Konzept durch Energiespeicher und eine entsprechende technische Infrastruktur.
Im Inneren soll unter anderem ein Rechenzentrum entstehen. Damit verbindet das Projekt die industrielle Vergangenheit des Standorts mit aktuellen Zukunftstechnologien. Ziel ist es, den früheren „Schandfleck“ in einen sichtbaren Standort für Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und nachhaltige Energiegewinnung zu verwandeln.
Zu DDR-Zeiten arbeiteten beim VEB Mertik in Quedlinburg rund 3.500 Menschen. Produziert wurden unter anderem Messgeräte, Steuerungen, Ventile und Regelungstechnik. Nach dem Ende des Unternehmens verlor der markante Bau seine ursprüngliche Funktion. Nun soll der „Mertik-Riese“ erneut zu einem Symbol für den Wandel der Stadt werden.
