Projekt sorgt für Streit um altes Bahnhofsgelände

Nordstemmen. Das seit Jahren brachliegende Bahnhofsgelände in Nordstemmen soll wieder genutzt werden. Ein Bauunternehmer will dort aktiv werden und einen Teil des Areals entwickeln. Doch ausgerechnet die Kosten sorgen im Gemeinderat für heftige Diskussionen: Rund 250.000 Euro könnten auf die Gemeinde zukommen. Hintergrund ist die geplante Entwicklung des Areals rund um den historischen Bahnhof. Die Gemeinde verfolgt bereits seit Jahren das Ziel, den Standort aufzuwerten und den Bahnhof zu einem modernen ÖPNV-Knotenpunkt auszubauen. Geplant sind unter anderem Park-and-Ride-Stellplätze, Fahrradabstellmöglichkeiten und eine bessere Anbindung für Fußgänger und Radfahrer.

Im Gemeinderat gehen die Meinungen jedoch auseinander. Während SPD, Grüne und Unabhängige einen zumindest teilweisen Erhalt des historischen Bestands ermöglichen wollen, sorgt die finanzielle Beteiligung der Kommune für Kritik. Der Streit zeigt einmal mehr das Dilemma vieler ehemaliger Bahngelände: Der Leerstand soll verschwinden, doch eine neue Nutzung kostet Geld.

Das Nordstemmer Empfangsgebäude ist kein beliebiger Zweckbau. Es wurde zwischen 1853 und 1854 als königlicher Empfangsbahnhof für das Schloss Marienburg errichtet. Die Architekten waren Conrad Wilhelm Hase und Julius Rasch. Nun steht der historische Bahnhof vor einer neuen Phase. Ob daraus tatsächlich ein zukunftsfähiger Ort wird oder am Ende vor allem die Kosten bleiben, dürfte die weitere politische Diskussion bestimmen.

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