Sanierung des Geutebrück-Baus nimmt Fahrt auf

Foto: Michael Moser
Foto: Michael Moser

Leipzig. Am Leipziger Geutebrück-Bau wird derzeit kräftig gebaut. Das markante Gebäudeensemble der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) wird seit 2024 umfassend saniert und modernisiert. Jetzt haben die Kernarbeiten an allen drei Gebäudeteilen begonnen. Das Projekt ist ambitioniert: Rund 40 Millionen Euro sind für die Generalsanierung des denkmalgeschützten Ensembles veranschlagt. Fertig werden soll die Maßnahme im Jahr 2029.

Drei Einzeldenkmale bilden ein Ensemble

Der Geutebrück-Bau besteht aus dem Seminar-, Lehr- und Hörsaalgebäude und liegt zentral auf dem HTWK-Campus zwischen Richard-Lehmann-Straße, Karl-Liebknecht-Straße und Eichendorffstraße. Benannt ist das Ensemble nach Albert Geutebrück (1801–1868), dem ersten Direktor der Königlich-Sächsischen Baugewerkenschule. Besonders prägnant ist der Uhrenturm, der den Standort weithin sichtbar markiert. Alle drei Gebäudeteile stehen als Einzeldenkmale unter Schutz. Heute beherbergt das Ensemble unter anderem die Hochschulleitung, zentrale Einrichtungen, die Fakultät Bauwesen und das Hochschulsprachenzentrum.

Vom Brandschutz bis zur Energieeffizienz

Die Sanierung geht weit über eine optische Auffrischung hinaus. Die Gebäudehülle wird energetisch ertüchtigt, der Brandschutz verbessert und die Starkstrom- sowie Fernmeldeanlagen werden auf einen zeitgemäßen technischen Stand gebracht. Hinzu kommen ein neues Sicherheitskonzept und der barrierefreie Ausbau sämtlicher Gebäudeteile. Auch der südliche Zugang zum Ensemble wird entsprechend angepasst. Damit soll das historische Hochschulgebäude nicht nur erhalten, sondern gleichzeitig fit für die Anforderungen eines modernen Universitätsbetriebs gemacht werden.

Schadstoffe, Holzbalkendecken und feuchte Fundamente

Die eigentliche Herausforderung steckt jedoch vielfach in der Bausubstanz. Im Zuge der Generalsanierung müssen schadstoffbelastete Bereiche behandelt und historische Holzbalkendecken im Seminargebäude ertüchtigt werden. Auch die Bodenplatten in Lehr- und Hörsaalgebäude werden gedämmt beziehungsweise abgedichtet. Im erdberührten Bereich ist zudem eine Erneuerung der Bauwerksabdichtung vorgesehen. Stahlbetonbauteile werden verstärkt und Oberflächen umfassend instandgesetzt. Ziel ist es, neben der technischen Sicherheit auch Raumqualität, Akustik und Funktionalität zu verbessern.

Neuer Hörsaal im ehemaligen Labor

Die Sanierung bringt auch Veränderungen für die künftige Nutzung. Im Untergeschoss des Hörsaalgebäudes soll im ehemaligen Bereich des Bodenmechanik-Labors ein zusätzlicher Hörsaal entstehen. Auch im Staffelgeschoss des Lehrgebäudes sind funktionale Anpassungen geplant. Die dortigen Räume werden neu organisiert und an das Haupttreppenhaus angebunden. Das historische Ensemble wird damit nicht lediglich konserviert. Es soll sich technisch und funktional an die Anforderungen des heutigen Hochschulbetriebs anpassen.

Erste Arbeiten bereits abgeschlossen

Trotz der aktuell weithin sichtbaren Baustelle sind erste Maßnahmen bereits beendet. Dazu gehören die Neustrukturierung der Medienführung auf der Hofseite einschließlich neuer Medienanschlüsse. Auch die Holzbalkendecken im Seminargebäude wurden bereits ertüchtigt. Im Untergeschoss des Lehrgebäudes sind die Bodenplatten ausgetauscht worden. Mit dem inzwischen aufgestellten Fassadengerüst beginnt nun die nächste große Phase der Sanierung.

40 Millionen Euro für das Denkmal

Die derzeit genehmigten Gesamtbaukosten belaufen sich auf rund 40 Millionen Euro. Finanziert wird die Maßnahme unter anderem mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), der Investitionen zur Verbesserung der energetischen Bilanz von Hochschulbauten und landeseigenen Liegenschaften unterstützt. Darüber hinaus fließen Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts in das Projekt.

Historisches Gesicht, moderne Zukunft

Der Geutebrück-Bau gehört zu den markanten historischen Bauensembles der Leipziger Südvorstadt. Sein weithin sichtbarer Uhrenturm macht ihn zu einem städtebaulichen Orientierungspunkt – gleichzeitig ist das Ensemble bis heute ein zentraler Bestandteil des Hochschulbetriebs. Die laufende Generalsanierung soll deshalb zwei Ziele miteinander verbinden: den denkmalgerechten Erhalt der historischen Bausubstanz und die vollständige technische Modernisierung.

Wenn die Arbeiten wie geplant 2029 abgeschlossen werden, soll vom heutigen Baustellenzustand wenig übrig bleiben. Das historische Erscheinungsbild bleibt erhalten – während dahinter ein technisch grundlegend erneuertes Hochschulensemble entsteht.

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