Bösingfeld. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellt der Extertalbahn 80.000 Euro zur Verfügung, um den historischen Transformator und den einzigartigen Quecksilberdampfgleichrichter der Strecke zu erneuern. Möglich wurde die Förderung durch zahlreiche Spenden sowie durch Mittel der Lotterie GlücksSpirale, die von WestLotto vermittelt werden.
Bei einem Pressetermin am Donnerstag, dem 10. Juli 2025, überreicht Frank Budde, Ortskurator der DSD in Detmold, den symbolischen Fördervertrag an Raphael Kahlert vom Historischen Verein zur Erhaltung der Eisenbahnen in Lippe e.V. Auch Holger Brokemper von WestLotto wird vor Ort in der Bahnhofstraße 1 in Bösingfeld anwesend sein.
Die Extertalbahn zwischen Alverdissen und Barntrup ist heute ein technisches Kulturerbe und als Museumsbahn unterwegs. Ihre Wurzeln reichen zurück bis in die 1920er Jahre: In einer Zeit wirtschaftlicher Schwäche im lippischen Nordosten wurde sie als elektrisch betriebene Kleinbahn konzipiert – ein technisches Novum. Die Strecke wurde 1929 fertiggestellt und verband auf 28 Kilometern das Extertal mit der Landesgrenze bei Bögerhof.
Der größte technologische Schatz: die elektrische Energieversorgung der Strecke. Sie basiert bis heute auf einem hochmodernen System aus der Frühzeit des elektrischen Bahnverkehrs. Die Umwandlung von Wechsel- zu Gleichstrom erfolgt durch einen historischen Transformator und sogenannte Quecksilberdampfgleichrichter – Technik, die heute weltweit kaum noch in Betrieb ist.
Der Erhalt dieser Anlagen ist nicht nur für Bahnfreunde bedeutsam, sondern auch aus denkmalpflegerischer Sicht ein Glücksfall. Sie ermöglichen einen authentischen Einblick in die frühen Jahrzehnte des elektrischen Bahnverkehrs in Deutschland. Auch Fahrzeuge wie die E-Lok 22 – eine der ältesten Elektrolokomotiven des Landes – oder zwei Gütertriebwagen von 1927 unterstreichen die historische Relevanz.
Mit der jetzigen Förderung zählt die Extertalbahn zu über 880 denkmalgeschützten Projekten allein in Nordrhein-Westfalen, die von der DSD in ihren 40 Jahren Bestehen unterstützt wurden. Die Investition ist nicht nur ein Beitrag zum Erhalt technischer Zeitzeugen, sondern auch zur lebendigen Geschichte der Region.
