Groß Vielen. Am historischen Rittergut in Groß Vielen beginnen dringend notwendige Restaurierungsarbeiten. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellt dafür 20.000 Euro zur Verfügung – gezielt für die Sicherung und Restaurierung des Putzes am Mittelrisalit des Gutshauses.
Das denkmalgeschützte Ensemble, um 1700 erbaut, gilt als kulturhistorisch bedeutsam für Mecklenburg-Vorpommern. Besonders die stuckierten Wappen- und Zierelemente in der Giebelfassade sind akut einsturzgefährdet. Jahrzehntelange Witterungseinflüsse haben ihre Spuren hinterlassen – insbesondere am Giebelfeld, das unter Sturm- und Wasserschäden leidet. Nun soll eine Verblechung der Mauerkrone weiteren Verfall verhindern.
Die Restaurierung basiert auf detaillierten Gutachten und materialanalytischen Untersuchungen. Der neue Putz wird mit Sand aus regionalen Gruben originalgetreu rekonstruiert. Ziel ist es, die historische Substanz zu erhalten – nicht durch Austausch, sondern durch behutsame Konservierung.
Das Rittergut erlebte über drei Jahrhunderte hinweg bedeutende architektonische Wandlungen. Besonders prägend war der Umbau um 1900 durch die Familie Wenck. Der damals junge Architekt Paul Korff entwarf hier seine erste große Gutsanlage – eine visionäre Synthese aus Neobarock und Jugendstil, die stilbildend für die Region wurde.
Mit der aktuellen Förderung gehört das Rittergut zu über 650 Denkmalprojekten in Mecklenburg-Vorpommern, die die DSD in ihren 40 Jahren Bestehen mit Spenden, Stiftungserträgen und Mitteln der GlücksSpirale unterstützt hat. Die Sanierung in Groß Vielen ist nicht nur ein Beitrag zur Baukultur, sondern zur Bewahrung einer regionalen Identität.
