Kate in Emmelsbüll ist gerettet

Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Beiersdorf
Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Beiersdorf

Emmelsbüll-Horsbüll. Das historische Müllerhaus am Mühlendeich 15 ist vor dem Absturz in Richtung Siel bewahrt worden. Die Reetdachkate aus dem 18. Jahrhundert stand akut in Gefahr, auf dem weichen Untergrund abzusacken – bis Denkmaleigentümerin, Fachbehörden und Förderinstitutionen rasch reagierten.

Dank der kurzfristigen Bereitstellung zusätzlicher Fördermittel durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) und das Landesamt für Denkmalpflege in Kiel konnte das denkmalgeschützte Gebäude stabilisiert werden. Eine Spezialfirma führte ein besonders schonendes Verfahren durch: Stahlspundwände wurden ohne Erschütterungen in den Boden gepresst, wodurch der Baugrund verdichtet und das Haus gesichert wurde.

Zuvor war ein erster Sicherungsversuch per Rüttelverfahren gescheitert. Die dabei entstandenen Vibrationen hatten neue Risse im Mauerwerk verursacht und ließen das Schadensbild eskalieren. Die Arbeiten mussten sofort gestoppt werden – eine heikle Situation für das etwa 1740 erbaute Haus.

Das ehemalige Müllerwohnhaus liegt idyllisch am Sielzug, nur wenige Kilometer von der Nordseeküste entfernt. Architektonisch ist es ein bedeutendes Zeugnis nordfriesischer Baukultur: ein eingeschossiger Backsteinbau in Winkelform, mit charakteristischem Reetdach und Halbwalmen. Die eigentliche Sanierung des Hauses steht allerdings noch aus – die Sicherung war erst der erste Schritt.

Die Rettung zeigt, wie wichtig schnelle Entscheidungswege im Denkmalschutz sein können – und welche Rolle privates Engagement dabei spielt. Die DSD, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiert, konnte hier entscheidend zum Erhalt eines kulturhistorisch bedeutsamen Gebäudes beitragen.

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