Augsburg. Ein spektakulärer Moment im Morgengrauen: Gegen 8.45 Uhr am Donnerstag hob ein gewaltiger Kran die Kuppel des Augsburger Perlachturms ab – erstmals in der über tausendjährigen Geschichte des Bauwerks. Vorausgegangen waren Verzögerungen durch Wind, Regen und ein zu kleiner Kran. Jetzt steht die Kuppel, inklusive der Stadtgöttin Cisa, vor dem Rathaus und wird ab dem 11. August für Besucher begehbar sein.
Die spektakuläre Maßnahme markiert den nächsten Schritt in der umfassenden Sanierung des 70 Meter hohen Turms, der seit 2017 wegen massiver Bauschäden gesperrt ist. Risse in der Fassade, statische Probleme an der Treppe und maroder Naturstein machten eine grundlegende Erneuerung unumgänglich. Bis 2027 soll das Wahrzeichen für rund neun Millionen Euro wiederhergestellt werden – mit neuem Treppenhaus, Aussichtspavillon, Museumsshop und Blick bis zu den Alpen.
Der Perlachturm wurde im Jahr 989 zunächst als Wachturm errichtet, später zum Glockenturm und schließlich zum Renaissance-Juwel mit Zwiebelhaube, gestaltet von Stadtbaumeister Elias Holl. Die Sanierung wird durch Bundesmittel, die Städtebauförderung, den Bezirk Schwaben, die Bayerische Landesstiftung und die Stadt Augsburg finanziert.
Trotz der Bauarbeiten bleibt die Stadt verbunden mit ihrem Wahrzeichen. Das jährliche Turamichele-Fest soll weiterhin stattfinden – dieses Jahr mit Unterstützung der Puppenkiste auf einer mobilen Bühne. Und vielleicht wird sogar der traditionelle Turmlauf bald wieder möglich sein.
