Hamburg-Neuenfelde. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) erhöht ihre Unterstützung für ein bedeutendes Kulturdenkmal im Alten Land: Für die Restaurierung der Schmuckgiebel und Fenster des Zweiständerhauses in der Stellmacherstraße in Hamburg-Neuenfelde stehen nun insgesamt 80.000 Euro zur Verfügung. Möglich wurde die Aufstockung durch Förderer der Stiftung sowie eine großzügige Zuwendung der Claus & Sylvia Stäcker Stiftung.
Das mächtige Fachwerkhaus mit reetgedecktem Dach gehört zu den ältesten Bauten des Ortes. Eine Inschrift am Prunkgiebel erinnert an seinen Wiederaufbau nach einem Brand am 24. Juli 1779 – nur wenige Monate später, am 7. Oktober desselben Jahres, war es wiedererrichtet. Bauherren waren Hans und Catarina Quast.
Neuenfelde, am Westrand Hamburgs in der Elbmarsch gelegen, ist überregional als Obstanbaugebiet des Alten Landes bekannt. Der Hof liegt im historischen Dorf Nincop, erstmals 1257 erwähnt, umgeben von Obstplantagen in der „Dritten Meile“ zwischen Schwinge und Lühe.
Das Zweiständerhaus, heute Sitz eines Biobetriebs, ist ein architektonisches Unikat: Diese Bauweise wurde nach 1800 kaum noch verwendet und ist im Alten Land selten erhalten. Besonders eindrucksvoll ist die reich verzierte Nordfassade mit dem mehrfach vorkragenden Prunkgiebel. Auch die barocke Brauttür wurde nach historischem Vorbild erneuert, während die südliche Tür noch im Original erhalten ist. Im Inneren sind weitere historische Elemente wie eine farbig gefasste Bohlendecke bewahrt geblieben.
Die zusätzlichen Mittel sollen dazu beitragen, dieses außergewöhnliche Zeugnis der Baukultur im Alten Land dauerhaft zu sichern.
