Dinslaken. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt mit einer großzügigen Summe von 80.000 Euro den Erhalt eines bedeutenden Industriedenkmals in Dinslaken. Die Mittel stammen aus Spendengeldern sowie aus der Lotterie GlücksSpirale und sind für Maßnahmen zum Korrosionsschutz des denkmalgeschützten Gasometers bestimmt.
Der Gasbehälter, zentral im Stadtgebiet gelegen, wurde im Jahr 1902 von der Berlin-Anhaltinischen Maschinenbau AG errichtet und 1903 als Teil des ersten Wasser- und Gaswerks der Stadt Dinslaken in Betrieb genommen. Bei dem Bauwerk handelt es sich um einen sogenannten Teleskop-Gasbehälter, der nach aktuellem Forschungsstand zu den ältesten noch erhaltenen seiner Art in ganz Deutschland zählt. In Nordrhein-Westfalen ist er sogar das älteste erhaltene Exemplar. Der Gasometer stellt ein seltenes und besonders wertvolles Zeugnis der Technikgeschichte dar – insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung städtischer Gasversorgungssysteme. Im Vergleich zu früheren Glockengasbehältern ermöglichte die Teleskopbauweise deutlich größere Speichermengen, was einen erheblichen Fortschritt für das Wachstum und die Modernisierung von Städten bedeutete.
Der Dinslakener Gasometer ist technisch aufwendig konstruiert: Er besteht aus einem großen, zylindrischen Wasserbecken aus genieteten Stahlplatten sowie einer beweglichen sogenannten „Glocke“ – einem kleineren, nach unten offenen Zylinder mit gewölbtem Dach, der teleskopartig im Becken aufsteigen konnte, wenn sich das Gasvolumen erhöhte. Die gasdichte Verbindung zwischen Glocke und Wasserbecken erfolgte ursprünglich über eine wassergefüllte Hakentasse, die heute jedoch nicht mehr erhalten ist. Diese Konstruktion war besonders effizient, da sie den Wasserbedarf – und damit auch die Belastung der Behälterwände – deutlich reduzierte.
Ein auffälliges Merkmal des Bauwerks ist das äußere Führungsgerüst, das der Stabilisierung der Glocke diente. Es besteht aus reich verzierten Hochsäulen und verleiht dem Industrieobjekt auch eine gestalterische Qualität. Mit einem Durchmesser und einer Höhe von jeweils etwa 15 Metern ist der Gasometer nicht nur ein funktionales, sondern auch ein architektonisch beeindruckendes Zeugnis der frühen Industriegeschichte.
Dank der finanziellen Unterstützung der DSD kann der Gasometer nun gegen weiteren Verfall geschützt werden und bleibt als technik- und kulturhistorisches Denkmal für kommende Generationen erhalten.
