Fassadensanierung der Wasserburg in Spantekow

Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert
Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Siebert

Spantekow. Die Wasserburg Spantekow, eine der bedeutendsten Festungsanlagen in Mecklenburg-Vorpommern, erhält weitere Unterstützung für ihren Erhalt. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellt dank zahlreicher privater Spenden 40.000 Euro für die Sanierung der Fassade auf der Hofseite zur Verfügung. Mit der Förderung wird ein weiterer Abschnitt der aufwendigen Instandsetzungsarbeiten an dem geschichtsträchtigen Bauwerk ermöglicht.

Die Ursprünge der Anlage reichen bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts zurück. Ulrich von Schwerin ließ zwischen 1558 und 1567 den Stammsitz seiner Familie errichten – direkt neben einer älteren mittelalterlichen Burg und mitten in einem sumpfigen Wiesengelände. Die Lage war bewusst gewählt: Ein komplexes Verteidigungssystem aus Wassergräben, massiven Festungsmauern und Kasematten mit bis zu vier Meter starken Erdwällen machte die Anlage nahezu uneinnehmbar.

Diese außergewöhnliche Wehrhaftigkeit bewährte sich im Dreißigjährigen Krieg. Selbst der berühmte böhmische Feldherr Albrecht von Wallenstein scheiterte an der Festung und musste unverrichteter Dinge wieder abziehen. Erst im Jahr 1677 gelang es dem brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm I., der später als „Großer Kurfürst“ in die Geschichte einging, die Wasserburg zu erobern. In der Folge ließ er Teile der Befestigungsanlagen schleifen, um die militärische Bedeutung des Ortes dauerhaft zu brechen.

Bis heute sind jedoch wesentliche Teile des historischen Ensembles erhalten. Dazu zählen Reste der mittelalterlichen Burg, verschiedene Festungselemente sowie das rechteckige Renaissance-Schloss, das den Kern der Anlage bildet. Ergänzt wird das Ensemble durch mehrere Wirtschaftsgebäude aus dem 16. Jahrhundert, die vom einstigen wirtschaftlichen Zentrum des Adelssitzes zeugen.

Ein besonderes kunsthistorisches Highlight befindet sich über dem Portal des südlichen Torhauses: Dort ließ sich Ulrich von Schwerin um 1570 gemeinsam mit seiner Frau Anna von Arnim auf einem nahezu lebensgroßen Relief verewigen. Das detailreiche Steinbild gilt als eindrucksvolles Zeugnis adeliger Repräsentationskultur der Renaissance.

Mit der nun geförderten Fassadensanierung wird die Substanz der Wasserburg weiter gesichert und zugleich ihr historisches Erscheinungsbild bewahrt. Die Maßnahme ist ein wichtiger Beitrag, um eines der eindrucksvollsten Renaissance-Bauwerke Norddeutschlands auch für kommende Generationen zu erhalten.

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