Sonnewalde. Die historische Öl- und Getreidemühle Reimann in Sonnewalde erhält erneut Unterstützung für ihre Erhaltung. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellt für dringend notwendige Putz-, Maurer- und Betonarbeiten am Süd-West-Flügel des Ensembles Fördermittel in Höhe von 20.000 Euro bereit. Ermöglicht wird die Maßnahme durch zahlreiche private Spenden.
Damit zählt das markante Industriedenkmal zu mehr als 750 Denkmalen in Brandenburg, die die DSD allein in diesem Jahr fördern konnte. Anlass ist zugleich ein besonderes Jubiläum: Die Stiftung feiert 2025 ihr 40-jähriges Bestehen und blickt auf vier Jahrzehnte Engagement für den Erhalt historischer Bausubstanz zurück – finanziert aus Spenden, Treuhandstiftungen sowie Mitteln der Lotterie GlücksSpirale.
Die ehemalige Öl- und Getreidemühle Reimann besteht aus einem umfangreichen Gebäudekomplex: Zum Ensemble gehören das Mühlengebäude, ein Kontor, ein Siloturm, eine Remise, ein Stallgebäude sowie ein Maschinenhaus mit Ölmühle und Trafostation. Besonders prägend für das Erscheinungsbild Sonnewaldes ist der 23 Meter hohe Siloturm mit seiner aufgesetzten Geländerkrone. Er ragt weithin sichtbar über die Ortsrandlage hinaus und gilt als Wahrzeichen der ländlich geprägten Stadt und ihrer Umgebung.
Errichtet wurde das viergeschossige Mühlengebäude mit Maschinenhausanbau und Stall zwischen 1908 und 1910 durch den Müller und Mühlenbaumeister Paul Reimann gemeinsam mit Karl Lehmann. Bereits 1911 nahm die Mühle ihren Betrieb auf – angetrieben von einer Dampfmaschine, die die Mehlproduktion ermöglichte. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Anlage kontinuierlich erweitert und modernisiert.
1931 schloss ein vierter Gebäuderiegel mit Durchfahrt die bauliche Lücke zwischen Mühlenhaus und Stall. Auch das Kontor entstand in dieser Phase. Wenige Jahre später, 1934, kamen der markante Siloturm und die Remise hinzu. In den 1930er Jahren erfolgte zudem ein bedeutender technischer Wandel: Der Antrieb wurde von Dampf auf Elektrizität umgestellt. Dafür integrierte man einen Trafoturm in das Maschinenhaus. Teile der historischen Ölmühle sind dort bis heute erhalten, während die ursprüngliche Dampfmaschine leider demontiert wurde und nicht mehr existiert.
Die nun geförderten Bauarbeiten sind ein weiterer wichtiger Schritt, um den baulichen Bestand der Mühle zu sichern und ihren fortschreitenden Verfall aufzuhalten. Als technisches Denkmal dokumentiert die Anlage eindrucksvoll die Entwicklung der Mühlen- und Industriegeschichte des frühen 20. Jahrhunderts. Mit der aktuellen Förderung unterstreicht die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die überregionale Bedeutung des Ensembles und setzt ein deutliches Zeichen für den Erhalt industrieller Kulturgüter im ländlichen Raum.
