Bunker im Hammer Norden versteigert

Hamm. Ein jahrzehntealter Hochbunker im Hammer Norden hat bei einer Zwangsversteigerung einen deutlich höheren Preis erzielt als erwartet. Für 112.000 Euro ging das stark verfallene Bauwerk an der Posener Straße am Freitagmorgen an einen Käufer aus dem Raum Leipzig, der sich vor Ort vertreten ließ. Rund 25 Interessierte verfolgten die Auktion, sieben boten aktiv mit – und trieben den Preis innerhalb von 45 Minuten von einem Startgebot von 25.000 Euro auf den finalen Zuschlag.

Das Amtsgericht Hamm hatte den Mindestpreis formal auf nur 3.673,85 Euro festgesetzt. Bereits im Februar sollte der Bunker veräußert werden, damals platzte der Termin jedoch kurzfristig. Nun fand die Versteigerung statt – und endete mit einem Ergebnis, das selbst Kenner überraschte.

Der Bunker, seit mehr als 60 Jahren ein grauer Koloss im Hammer Norden, umfasst drei Ebenen mit insgesamt rund 915 Quadratmetern Nutzfläche. Zwar besitzt das Grundstück rechnerisch einen Wert von etwa 108.000 Euro, doch der bauliche Zustand gilt als desolat. Ein Gutachten hatte die Anlage deshalb nur noch symbolisch auf einen Euro geschätzt. Grund sind die immensen Rückbau- und Abrisskosten, die bei rund 620.000 Euro liegen – eine Summe, die jeden wirtschaftlichen Nutzen übersteigt.

Trotzdem entschied sich der neue Eigentümer für den Zuschlag. Was er mit dem ruinösen Betonbau plant, ist bislang unklar. In der Nachbarschaft hofft man nun, dass der Bunker – lange Zeit ein Problemfall – endlich eine Perspektive bekommt.

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