Teutschenthal-Etzdorf. Ein markantes Stück historischer Bausubstanz im Saalekreis soll vor weiterem Verfall bewahrt werden. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt die Sanierung des Erkers am Herrenhaus des Ritterguts Etzdorf mit 15.000 Euro. Das Geld fließt in Maurer-, Putz-, Stuck- und Malerarbeiten. Das Rittergut nördlich von Etzdorf gehört zu den Kulturdenkmalen von überregionaler Bedeutung. Der weitläufige Gutshof wird noch heute von historischen Gebäuden aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert geprägt. Besonders bedeutend ist das Herrenhaus. Der heutige Bau entstand 1906 durch einen Anbau an ein bereits 1747 errichtetes Wohnhaus. Der zweigeschossige Bau mit Mansarddach und repräsentativem Mittelrisalit erhielt eine aufwendige Jugendstilausstattung – sowohl an der Fassade als auch im Inneren.
Wasser setzt dem Denkmal zu
Ausgerechnet am rückwärtigen Erker hat der Zahn der Zeit deutliche Spuren hinterlassen. Wasserschäden führten zu erheblichen Feuchtigkeitseinträgen. Putz und Stuck wurden teilweise stark beschädigt und sind an einigen Stellen bereits abgeplatzt. Risse, Auswaschungen und Verwitterung setzen der Fassade zusätzlich zu. Auch Fenster und Fensterbänke sind von Alter und Witterung betroffen. Ohne eine fachgerechte Instandsetzung drohten weitere Schäden an der historischen Substanz.
Sanierung soll weitere Schäden verhindern
Mit den jetzt geförderten Arbeiten soll der Erker dauerhaft gesichert werden. Neben Mauerwerks-, Putz-, Stuck- und Malerarbeiten sind auch Arbeiten an der Dachentwässerung beziehungsweise den Klempnerbauteilen vorgesehen. Besonders wichtig ist dabei die Beseitigung der Ursachen für den Feuchteeintrag. Denn bleibt Wasser dauerhaft im Mauerwerk, beschränkt sich der Schaden selten auf die sichtbare Oberfläche. Auch angrenzende Bauteile und die Innenräume können betroffen sein. Bereits jetzt haben die Feuchtigkeitsschäden Spuren im Inneren des Herrenhauses hinterlassen. Unter anderem wurden historische Holztäfelungen an der Decke sowie Heizkörperverkleidungen in Mitleidenschaft gezogen.
Rittergut mit langer Geschichte
Das Rittergut Etzdorf ist weit mehr als das Jugendstil-Herrenhaus. Die heute nicht mehr vollständig erhaltene Anlage war ursprünglich als große offene Rechteckanlage angelegt. Im Laufe der Zeit verschwanden einzelne Wirtschaftsgebäude, während der historische Wirtschaftshof bis heute einen Eindruck von der früheren Größe des Guts vermittelt. Zum Ensemble gehört zudem eine weitläufige Parkanlage mit Teich und Grotte. Das Zusammenspiel verschiedener Bau- und Zeitschichten macht den Standort zu einem bemerkenswerten historischen Zeugnis der Region.
Kleine Förderung, wichtige Wirkung
Die 15.000 Euro der Deutschen Stiftung Denkmalschutz lösen nicht die gesamte Sanierungsaufgabe – sie setzen jedoch an einem entscheidenden Punkt an. Denn bei historischen Gebäuden können zunächst unscheinbare Schäden schnell zu einem weitaus größeren Problem werden. Am Rittergut Etzdorf soll deshalb gehandelt werden, bevor aus beschädigtem Putz und durchfeuchtetem Mauerwerk ein umfassender Substanzverlust wird. Der Erker ist nur ein Teil des historischen Herrenhauses – doch seine Rettung verhindert, dass aus einem kleinen Schaden irgendwann ein großes Denkmalproblem wird.
