Windeck-Schladern. Das rund 50 Hektar große ehemalige Werksgelände der Kabelmetal-Werke in Windeck-Schladern hat einen neuen Eigentümer. Nachdem die Industriebrache über Jahre weitgehend sich selbst überlassen war und Teile der früheren Werkshallen verfielen, soll nun wieder Bewegung in das Areal kommen. Der Unternehmer Wilfried Schröder, Geschäftsführer eines Unternehmens für Hochsicherheitstechnologie, hat das Gelände nach dem Tod des bisherigen Eigentümers Erich Oberdrifter erworben.
Die Geschichte des Standorts reicht bis ins Jahr 1890 zurück. Damals nahm in Schladern eine Kupferrohrfabrik unter dem Namen Elmores die Produktion auf. Später wurde das Unternehmen Teil der Kabel- und Metallwerke Gutehoffnungshütte Osnabrück und firmierte als Kabelmetal. In Spitzenzeiten beschäftigte das Werk bis zu 500 Menschen. 1995 endete die industrielle Nutzung. Auch während des Ersten Weltkriegs spielte das Werk eine besondere Rolle: Die Versandhalle wurde zeitweise als Lazarett genutzt. Ein eigener Bahnanschluss, der 1911 nach dem Bau einer Brücke über die Sieg eingerichtet wurde, unterstreicht die einstige wirtschaftliche Bedeutung des Standorts.
Nachdem Erich und Elisabeth Oberdrifter das Areal 2006 erworben hatten, gab es bereits Pläne für eine neue Nutzung. Unter anderem sollte in einer der historischen Werkshallen ein Zentrum für Musik und Kultur entstehen. Ein Brand machte diese Vorstellungen jedoch zunichte. In den folgenden Jahren eroberte sich die Natur große Teile des ehemaligen Werksgeländes zurück. Zwischen beschädigten Hallen wachsen inzwischen Sträucher und junge Bäume.
Der neue Eigentümer will das Gelände nun schrittweise entwickeln. Als erstes soll die ehemalige Verwaltungsvilla restauriert und instand gesetzt werden. Das Gebäude, in dem einst Büros und die Verwaltung des Kupferrohrbetriebs untergebracht waren, soll anschließend vermietet werden. Weitere Pläne möchte Schröder nach erfolgter Grundbucheintragung vorstellen. Nach seinen Angaben stellen Altlasten auf dem Gelände kein Problem dar. Damit könnte sich für die langjährige Industriebrache ein entscheidender Wendepunkt ergeben: Aus einem weitgehend verlassenen ehemaligen Produktionsstandort soll wieder ein genutztes Areal werden.
Parallel zur geplanten Neunutzung soll auch die Erinnerung an die Industriegeschichte bewahrt werden. Die Kultur-Initiative Windeck (KIWi) hat bereits Kontakt mit dem neuen Eigentümer aufgenommen. Vorgesehen ist ein Projekt, das die Geschichte des Standorts anhand von historischen Fotografien, Filmen und Berichten ehemaliger Zeitzeugen dokumentiert.
