Kösseln. Die Dorfkirche im Wettin-Löbejüner Ortsteil Kösseln bekommt eine weitere Chance. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellt 30.000 Euro für anstehende Decken- und Wandarbeiten bereit. Damit soll die Sicherung des historischen Gotteshauses weiter vorangetrieben werden.
Romanische Substanz, barocke Ausstattung
Der Kern der Kirche reicht bis in die Romanik zurück. Der Saalbau besitzt einen markanten Westturm, der unten quadratisch und im oberen Bereich achteckig ausgebildet ist. Spätere Erweiterungen kamen 1798 mit einer Sakristei und im späten 19. Jahrhundert mit einem südlichen Anbau hinzu. Im Inneren prägen unter anderem eine verputzte Holztonne, eine Hufeisenempore sowie ein Kanzelaltar und eine runde Taufe aus dem späten 18. Jahrhundert das Erscheinungsbild.
Bürger verhindern den Totalverlust
Lange stand es schlecht um das Bauwerk. Erst das Engagement der Kösselner Dorfgemeinschaft brachte die Rettung ins Rollen. Die Bewohner sicherten bereits eigenständig die Nordwand des Kirchenschiffs. Nun sollen weitere Zimmerer- und Dacharbeiten folgen. Ein schlüssiges Nutzungskonzept für die künftige Verwendung des Gebäudes liegt ebenfalls vor und wird vom Landesamt für Denkmalpflege ausdrücklich unterstützt.
Ein Denkmal bleibt im Dorf
Die Dorfkirche Kösseln zeigt damit eindrucksvoll, was bürgerschaftliches Engagement im Denkmalschutz bewirken kann. Aus einem akut gefährdeten Bauwerk soll wieder ein nutzbarer Bestandteil des Dorflebens werden. Die 30.000-Euro-Förderung der DSD ist dabei ein weiterer wichtiger Schritt – verhindert ist der Verfall damit noch nicht, aber die Chancen auf einen dauerhaften Erhalt steigen deutlich.
