Berlin. Auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne Hessenwinkel in Berlin-Rahnsdorf sollen rund 450 Wohnungen entstehen. Doch das geplante Wohnquartier kommt nicht ohne weitere Hürden aus. Nach der Behördenbeteiligung müssen die Planungen erneut überarbeitet und zahlreiche Fachfragen geklärt werden. Das rund 4,69 Hektar große Areal steht seit dem Jahr 2000 leer. Die früheren Kasernengebäude sind inzwischen stark verfallen und gehören zu den markanten Lost Places im Berliner Südosten. Nun wurde für etwa 2,3 Hektar des Plangebiets Waldeigenschaft festgestellt. Für die geplante Bebauung sind deshalb unter anderem ein Waldumwandlungsgutachten und ein entsprechendes Ausgleichskonzept erforderlich.
Zusätzlich müssen Untersuchungen zu Artenschutz, Biotopen, Verkehr, Schallschutz, Niederschlagswasser und Bodenschutz erstellt werden. Auch mögliche Belastungen des Bodens spielen eine Rolle.
Planung nach Kritik bereits verändert
Die ursprünglichen Pläne stießen bei der Öffentlichkeitsbeteiligung auf erhebliches Interesse. Zwischen April und Mai 2025 gingen 1.628 Stellungnahmen ein. Kritisiert wurden unter anderem die geplante Gebäudehöhe, die Bebauungsdichte, Verkehr und Umweltfragen. Daraufhin wurde das Konzept angepasst. Statt überwiegend sieben- und achtgeschossiger Gebäude sind inzwischen vor allem fünf- und sechsgeschossige Häuser vorgesehen. Die Zahl der Wohnungen soll trotzdem bei rund 450 bleiben. Geplant sind außerdem eine Kita mit bis zu 60 Plätzen und eine Quartiersgarage.
Auch Schule und Verkehr werden zum Thema
Das neue Quartier könnte rund 900 zusätzliche Einwohner nach Rahnsdorf bringen. Dadurch entsteht unter anderem ein zusätzlicher Bedarf von 49 Grundschulplätzen. Die Versorgung soll langfristig möglich sein, der Projektentwickler STADT UND LAND muss sich jedoch an den entsprechenden Kosten beteiligen. Auch die Verkehrsanbindung ist noch nicht abschließend geklärt. Zusätzliche Busverbindungen sind angesichts der angespannten Haushaltslage vorerst nicht vorgesehen. Gleichzeitig wird geprüft, ob die bislang geplante Quartiersgarage mit bis zu 460 Stellplätzen ausreicht. Die Behörden empfehlen, auch einen Bedarf von mindestens 530 Stellplätzen zu untersuchen.
Baubeginn frühestens Anfang der 2030er-Jahre
Bis aus dem verlassenen Kasernengelände tatsächlich ein neues Wohnviertel wird, dürfte noch einige Zeit vergehen. Weitere Gutachten und eine Überarbeitung des Bebauungsplans sind notwendig. Anschließend steht die förmliche Öffentlichkeitsbeteiligung an. STADT UND LAND hält derzeit einen Baubeginn Anfang der 2030er-Jahre für möglich. Ein verbindlicher Termin existiert allerdings noch nicht. Damit bleibt die ehemalige Kaserne Hessenwinkel vorerst ein Lost Place – ihre geplante Zukunft als Wohnquartier ist zwar konkreter geworden, aber längst noch nicht endgültig beschlossen.
