Sternwarte Sonneberg (3/2024)

Foto: Störfix/CC BY-SA 3.0 de
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Die Sternwarte Sonneberg blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück, die eng mit politischen und wissenschaftlichen Entwicklungen in Deutschland verbunden ist. Ab 1930 wurde sie vom preußischen Staat gepachtet und fungierte fortan als Außenstelle der Universitätssternwarte Berlin-Babelsberg. Ab 1938 prägte Paul Ahnert die Forschung an der Sternwarte über viele Jahre maßgeblich mit. Während des Zweiten Weltkriegs diente die Einrichtung ab 1940 zusätzlich als Luft- und Wetterbeobachtungsstation und war dabei dem Reichswetterdienst sowie der Luftwaffe unterstellt.

Nach dem Krieg konnte Cuno Hoffmeister die wissenschaftlichen Aktivitäten trotz sowjetischer Besatzung fortführen. Allerdings wurde 1945 als Reparationsleistung das leistungsstärkste Teleskop, ein 40-Zentimeter-Astrograf, abgebaut und für eine sowjetische Sternwarte abtransportiert. Ab April 1946 wurde die Sternwarte Sonneberg als Forschungsinstitut der Deutschen Akademie der Wissenschaften in Berlin weitergeführt.

In den 1950er Jahren erfuhr die Sternwarte einen umfangreichen Ausbau: Es entstanden mehrere Gebäude mit Laborräumen und Kuppeln für die Beobachtungsinstrumente, und die Zahl der Wissenschaftler wuchs deutlich. Anfang der 1960er Jahre kamen zwei weitere 40-cm-Astrografen hinzu. Ein geplantes Großprojekt, ein 2-Meter-Schmidt-Teleskop – das größte in Deutschland – wurde jedoch 1960 zugunsten der neuen Thüringer Landessternwarte in Tautenburg bei Jena verlegt.

Nach dem Mauerbau 1961 lag die Sternwarte im Grenzsperrgebiet, was den Zugang für Besucher und Wissenschaftler stark erschwerte und die internationale Zusammenarbeit einschränkte. 1967 wurde die Leitung reformiert und die Einrichtung dem Institut für Astrophysik unterstellt. Pläne, die Sternwarte zu schließen oder alle Instrumente abzubauen, konnten durch den Einsatz des neuen Leiters Wolfgang Wenzel verhindert werden. Ab Mitte der 1970er Jahre wurde das Beobachtungsverbot aufgehoben, sodass die wissenschaftliche Arbeit bis zum Ende der DDR 1989 fortgesetzt werden konnte. Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte die Sternwarte 36 Mitarbeiter.

Mit der deutschen Wiedervereinigung 1990 begann eine schwierige Phase: Die Sternwarte ging in das Eigentum des Freistaats Thüringen über. Während die Sternwarte Tautenburg aufgrund ihres 2-Meter-Teleskops zum Landesinstitut ernannt wurde, sollte die Sternwarte Sonneberg 1991 geschlossen werden. Dank des Einsatzes des damaligen Leiters Woldemar Götz wurde die Schließung bis Ende 1994 hinausgezögert. Sonneberg blieb als Außenstelle der Thüringer Landessternwarte erhalten, wenn auch mit deutlich weniger Personal. 1992 gründeten Hans-Jürgen Bräuer und Klaus Hoffmeister, ein Neffe des früheren Direktors Cuno Hoffmeister, den Förderverein „Freunde der Sternwarte Sonneberg e. V.“. 1995 erfolgte die Wiedereröffnung der Sternwarte. In der Zeit von 1995 bis 2003 wurde sie als kommunale Einrichtung betrieben und von verschiedenen regionalen Behörden finanziell unterstützt. Unter der Leitung von Constanze la Dous konnte mit wenigen Mitarbeitern ein fünfjähriges Projekt gestartet werden, um die renommierten Beobachtungsprogramme fortzuführen und die zweitgrößte Sammlung astronomischer Platten der Welt zu digitalisieren.

1998 wurde im ältesten Gebäude ein Astronomiemuseum eröffnet, das jährlich rund 5000 Besucher anzieht. Die Einrichtung des Museums und die Projektarbeit wurden auch durch den Einsatz von ABM-Kräften ermöglicht. Nach Ablauf des Projekts im Jahr 2000 erhielt die Sternwarte weitere Fördermittel, die bis Ende 2003 eine Fortsetzung der Arbeit erlaubten.

Seit Anfang 2004 wird die Sternwarte Sonneberg vom Zweckverband Sternwarte Sonneberg gemeinsam mit der Firma 4pi Systeme betrieben. Diese 2000 von ehemaligen Sternwartenmitarbeitern gegründete Firma entwickelt Software zur Steuerung astronomischer Teleskope und unterstützt mit zwölf Mitarbeitern die wissenschaftlichen Aktivitäten. Das Museum wird vom Förderverein betreut und dient als Ort für Ausstellungen, Führungen und Vorträge. Seit 2016 liegt die Museums- und Öffentlichkeitsarbeit in den Händen des Vereins „Astronomiemuseum e. V.“.

So verbindet die Sternwarte Sonneberg Tradition, Forschung und Öffentlichkeitsarbeit und bleibt ein wichtiger Standort für die astronomische Forschung in Deutschland.

Denkmal des Quartals

Dieses Objekt wurde vom Onlinemagazin rottenplaces.de als „Denkmal des Quartals“ ausgewählt und online sowie im rottenplaces Magazin explizit vorgestellt. Sie möchten dieses Denkmal und die Arbeit der vielen Stiftungen, Organisationen, Vereine, Ehrenamtler usw. unterstützen? Dann finden Sie weitere Informationen zu diesem „Denkmal des Quartals“ über den jeweiligen Link im Artikel.

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