Bis zum späten 19. Jahrhundert bestanden Feuerwehrfahrzeuge hauptsächlich aus Spritzenwagen und Schiebleitern, die entweder von Pferden oder von der Feuerwehrmannschaft selbst zum Einsatzort gezogen wurden. Ein großer Fortschritt kam 1902 mit der Vorstellung des weltweit ersten Feuerwehrfahrzeugs mit Verbrennungsmotor. Anfangs waren viele Feuerwehrleute skeptisch, benzingetriebene Fahrzeuge so nah an Brände heranzulassen. Doch die Vorteile der motorisierten Technik setzten sich schnell durch. In dieser Zeit des technischen Umbruchs wurde auch die Lübecker Feuerwache gebaut.
In den 1980er-Jahren wurde die neue Citywache in der Welsbachstraße errichtet. Die alte, heute denkmalgeschützte Feuerwache fand später eine neue Nutzung: 1996 wurde sie in ein Wohn- und Arbeitsprojekt umgewandelt. In der ehemaligen Fahrzeughalle entstanden eine Gaststätte und ein Veranstaltungsraum.
Ein besonderes Bauwerk auf dem Gelände ist der 27,4 Meter hohe Schlauchturm aus Backstein, der 1941 im Stil der klassischen Moderne neu errichtet wurde. Seit 1984 steht er leer. Im Inneren sind noch historische Geräte wie eine Zugmaschine und der Hängeboden erhalten. Damals, als Feuerwehrschläuche aus Hanf gefertigt wurden, mussten sie nach Einsätzen oder Übungen in den Schlauchtürmen getrocknet werden, um Schimmelbildung zu vermeiden. Die Schläuche wurden dafür mit Flaschenzügen oder Maschinen nach oben gezogen. Heute bestehen Feuerwehrschläuche aus Kunstfasern und benötigen elektronische Schlauchtrockner. Schlauchtürme werden oft als Übungstürme genutzt oder dienen als Standorte für Mobilfunksendemasten, während einige abgerissen wurden.
Der Lübecker Schlauchturm steht seit langem leer, was die Bausubstanz gefährdet. Um den denkmalgeschützten Turm zu erhalten, plant man eine behutsame „Haus-in-Haus-Lösung“. Unter dem Dach sollen fünf Wohnungen entstehen, die eine neue Nutzung und damit den Erhalt des Gebäudes sichern können. Dazu sind jedoch umfassende Sanierungsarbeiten nötig: Das Dach muss erneuert, die Fassade mit Mauerwerk, Fenstern und Türen instandgesetzt werden. Nur so kann das historische Bauwerk langfristig bewahrt werden.
Denkmal des Quartals
Dieses Objekt wurde vom Onlinemagazin rottenplaces.de als „Denkmal des Quartals“ ausgewählt und online sowie im rottenplaces Magazin explizit vorgestellt. Sie möchten dieses Denkmal und die Arbeit der vielen Stiftungen, Organisationen, Vereine, Ehrenamtler usw. unterstützen? Dann finden Sie weitere Informationen zu diesem „Denkmal des Quartals“ über den jeweiligen Link im Artikel.
