Bayerin möchte Braunkohlebagger in Schipkau verschrotten

Foto: rottenplaces Archivfoto
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Schipkau. Immer wieder gibt es neue Geschichten rund um den Schaufelradbagger SRs 1500 mit Rücklader in Schipkau am Lausitzring. Ursprünglich wollten die drei Eigentümer-Kommunen Senftenberg, Großräschen und Schipkau die Tagebau-Landmarke erhalten, doch über die Jahre änderte sich der ehrgeizige Plan. Metalldiebe und Vandalen hatten der Landmarke schwer zugesetzt. Weil Gelder für einen Erhalt und somit konsequente Sicherungsmaßnahmen fehlten, gab man den mutigen Willen auf, für einen Erhalt zu kämpfen. Sogar eine Sprengung des Baggers wurde damals diskutiert.

Kurz vor den ersten Maßnahmen zur Entfernung der Landmarke hatte das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologische Landesmuseum in Wünsdorf von den Plänen der Kommunen – nach eigenen Angaben – aus der Presse erfahren und handelte sofort. Um alle Bedenken und mögliche „behördliche Gefahren“ ausschließen zu können, setzte das Landesamt den Bagger 2019 auf die Denkmalliste (OBJ-Dok-Nr. 09120848).

Jetzt bringt sich eine bayerische Unternehmerin ins Gespräch. Wie die Lausitzer Rundschau berichtete, möchte die gelernte Schlosserin das Blaue Wunder in kleine, nicht mehr als zweieinhalb Tonnen wiegende Teile zerschneiden. Somit könnte die Landmarke in wenigen Tagen von der Bildfläche verschwunden sein und der Stahlschrott zur Weiterverarbeitung abtransportiert werden. Die Unternehmerin, die auf ihre Erfahrung mit der Demontage und Entkernung diverser Objekte seit ein paar Jahren verweist, möchte mit der Gemeinde Schipkau einen Vertrag abschließen, der sie berechtigt, den Bagger zurückzubauen. Aber die Denkmalschützer blieben bisher hartnäckig und wollen das Großgerät nicht hergeben. Nach eigenen Angaben ist „eine Aufhebung des Denkmalstatus beziehungsweise eine Löschung aus der Denkmalliste nicht vorgesehen“.

Die Bayerin möchte jedoch nicht aufgeben. Eine Verschrottung würde allein 5.700 Tonnen an Kohlendioxid sparen, sagt sie. Denn diese Menge an Stahl bräuchte nicht mehr extra produziert werden. Und in der Region gäbe es doch schon genug Bergbaudenkmale, so die Geschäftsfrau gegenüber der Lausitzer Rundschau.

Im Internet finden sich zahlreiche YouTube-Videos und Fotos von waghalsigen Kletteraktionen auf dem Blauen Wunder, der sich eigentlich in einem Bergbau-Sperrgebiet befindet und eingezäunt ist. Erst im Februar war ein Mann vom Bagger gestürzt und musste nach der Bergung von Feuerwehr und Rettungsdienst aufgrund seiner Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden.
Historie

Der Braunkohlebagger 1500 war im Tagebau Welzow/Süd eingesetzt. Gebaut wurde das „Ungetüm“ 1964/65 durch das Schwermaschinenbau Lauchhammerwerk, hat eine Gesamtlänge von etwa 171,5 Meter und ist an der größten Höhe rund 50 Meter hoch. Die Gesamtmasse liegt bei rund 3850 Tonnen. Die Aufgabe des Tagebaugroßgeräts bestand darin, den Abraum bis zu der Höhe abzutragen, den dann die im Tagebau eingesetzte Förderbrücke mit ihren Baggern bewältigen konnte.

2002 war das Arbeitsleben des Blauen Wunders beendet. Im August 2003 startete der Bagger, der wegen seines Anstrichs auch „Blaues Wunder“ genannt wird, vom Tagebau Meuro zu seiner letzen, 8,5 Kilometer langen Fahrt. Die Städte Senftenberg und Großräschen sowie die Gemeinde Schipkau entschlossen sich, dieses letzte Tagebaugroßgerät des Senftenberger Reviers zu erhalten. Heute bildet der Bagger eine Landmarke in der Nähe des EuroSpeeway Lausitz und zeugt vom einstigen Braunkohlebergbau.

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