Hamburg. Am 30. April 2025 wurde das zweite Kesselhaus des ehemaligen Kohlekraftwerks Moorburg in Hamburg erfolgreich gesprengt. Dies markiert einen weiteren Meilenstein im Rückbau der Anlage, die Platz für eine zukünftige Wasserstoffproduktion schaffen soll.
Hintergrund und Vorbereitung
Das Kraftwerk Moorburg, einst eines der modernsten Steinkohlekraftwerke Deutschlands, wurde 2021 nach nur sechseinhalb Jahren Betrieb stillgelegt. Seit Ende 2023 läuft der Rückbau, um das Gelände für die Errichtung eines Elektrolyseurs zur Produktion von grünem Wasserstoff vorzubereiten. Der Doppelkamin der Anlage wurde bereits im November 2024 erfolgreich gesprengt.
Ein erster Versuch, das zweite Kesselhaus im März 2025 zu sprengen, scheiterte, da eine der Hauptsprengladungen nicht zündete. Für den zweiten Anlauf wurden die Vorbereitungen intensiviert: Ein ferngesteuerter Bagger entfernte Teile der Struktur, wodurch weniger Sprengstoff benötigt wurde. Die Detonation wurde gezielt an den äußeren Trägern des Gebäudes platziert, um einen kontrollierten Einsturz zu gewährleisten.
Ablauf der Sprengung
Die Sprengung erfolgte zwischen 19:00 und 19:30 Uhr. Dank der verbesserten Vorbereitung verlief sie planmäßig und ohne Zwischenfälle. Die Sicherheitszone war diesmal kleiner als beim ersten Versuch, da das Kesselhaus weiter von der Straße entfernt lag. Anwohner und Pendler waren nicht betroffen; lediglich die Straße Moorburger Schanze wurde temporär gesperrt.
Zukunftspläne für das Gelände
Nach Abschluss des Rückbaus, der für Mitte 2025 geplant ist, soll auf dem Gelände ein Elektrolyseur mit einer Anfangskapazität von 100 Megawatt errichtet werden. Dieser soll ab 2027 grünen Wasserstoff produzieren, mit einer späteren Erweiterung auf bis zu 800 Megawatt. Der erzeugte Wasserstoff wird Teil der Hamburger Strategie zur Dekarbonisierung der Energieversorgung sein. Trotz der Fortschritte im Rückbau und der geplanten Wasserstoffproduktion stammen derzeit noch über 73 Prozent der Hamburger Stromproduktion aus fossilen Quellen. Die Stadt strebt jedoch einen vollständigen Kohleausstieg bis 2030 an, wie im Koalitionsvertrag von SPD und Grünen festgelegt.
