Bad Honnef. Das ehemalige Industriegebäude am Eingang des Schmelztals in Bad Honnef, über zwei Jahrzehnte dem Verfall preisgegeben, hat sich in den letzten Jahren zu einem Vorzeigeprojekt für inklusives und naturnahes Wohnen entwickelt. Wo einst die Großwäscherei Mesenholl stand, bietet die Hohenhonnef GmbH heute 37 barrierefreie und behindertengerechte Wohnungen – ein Ort, der laut Bürgermeister Otto Neuhoff vom „Schandfleck zum schönen Entree“ der Stadt wurde.
Bereits im Januar 2020 gaben Neuhoff und Jürgen Staude, Geschäftsführer der Hohenhonnef GmbH, den Startschuss für den Umbau. Doch die Umsetzung verzögerte sich durch die Corona-Pandemie, drastische Kostensteigerungen im Baugewerbe und unvorhergesehene Herausforderungen während des Umbaus. Unter anderem stieß das Team um Architektin Almut Bettin auf unterirdische Tunnelanlagen, die den Aufwand erheblich erhöhten. „Es gab gefühlt täglich neue Überraschungen“, so Bettin.
Trotz aller Hindernisse konnte das Projekt nun abgeschlossen werden – allerdings zu deutlich höheren Kosten als ursprünglich geplant. Statt der veranschlagten 4,5 Millionen Euro beliefen sich die Gesamtkosten schließlich auf neun Millionen Euro. Eine Million davon wurde durch Fördermittel der KfW-Bank gedeckt.
Die neu geschaffenen Wohnungen, zwischen 41 und 65 Quadratmetern groß, vereinen modernen Wohnkomfort mit dem industriellen Charme der Vergangenheit. Elemente wie freigelegte Backsteinwände und bis zu sechs Meter hohe Decken erinnern an die ursprüngliche Nutzung des Gebäudes. Die Kaltmiete beginnt bei 11,50 Euro pro Quadratmeter.
Träger des Projekts ist die Hohenhonnef GmbH, eine Einrichtung der Cornelius-Helferich-Stiftung, die in der Region Bonn/Rhein-Sieg rund 270 Menschen mit Behinderung betreut. Auch im neuen Wohnkomplex können künftige Mieter bei Bedarf betreut werden. Bei der Vermietung wird gezielt darauf geachtet, eine funktionierende Sozialgemeinschaft zu schaffen, betont Staude.
