Sanierung des „Horror-Hochhauses“ in Krefeld gestartet

Foto: YouTube
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Krefeld. Lange Zeit war das verlassene Hochhaus an der Alten Gladbacher Straße ein Symbol für Verwahrlosung. Zerborstene Fenster, verwüstete Räume und Taubendreck prägten das Bild des Gebäudes, das über zwei Jahrzehnte leer stand. Für Jugendliche ein Abenteuerspielplatz, für Anwohner ein Schandfleck – doch nun beginnt ein neues Kapitel.

Vom Schreckensort zum Wohnprojekt

Das ehemalige Studentenwohnheim, das in der Szene als sogenannter „Lost Place“ bekannt war, wird vollständig saniert. Insgesamt entstehen 81 neue Wohnungen, davon 68 mit öffentlicher Förderung. Damit wird aus dem früheren Problemhaus künftig ein Ort für bezahlbaren Wohnraum.

Am 12. Mai fiel der symbolische Startschuss: NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU), Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer (SPD) und Investor Christian Wilhelm Paschertz feierten gemeinsam den Baubeginn. „Vom Lost Place zum Place to bau“, formulierte Scharrenbach und betonte das Ziel, Problemimmobilien konsequent zu bekämpfen.

Schutt, Dreck und Brandspuren – die Vorgeschichte

Bevor die eigentliche Sanierung starten konnte, mussten fünf Monate lang Rückbauarbeiten durchgeführt werden. Mehr als 100 Container mit Müll, Schutt und Taubenkot wurden entfernt. Immer wieder hatte es in den Jahren zuvor Brände im Gebäude gegeben – oftmals ausgelöst durch Jugendliche, die das verlassene Hochhaus für waghalsige Mutproben nutzten.

Nachhaltig, modern und sozial

Geplant sind 54 Wohnungen mit Wohnflächen zwischen 50 und 90 Quadratmetern. Sie sollen künftig mit Fernwärme beheizt werden, was nicht nur die Heizkosten senkt, sondern auch jährlich rund 190 Tonnen CO₂ einspart. Zusätzlich entsteht ein neuer Wohnkomplex mit 27 barrierefreien und öffentlich geförderten Wohnungen. Die Gesamtkosten des Projekts werden mit 15,3 Millionen Euro vom Land Nordrhein-Westfalen unterstützt.

Städtebaulicher Wandel im Herzen Krefelds

„Dieser Ort stand jahrelang für Stillstand und Verfall. Jetzt wird er Teil der Lösung für Krefelds Wohnraumbedarf“, sagte Oberbürgermeister Frank Meyer. Für ihn ist das Bauvorhaben ein wichtiger Schritt, um ein städtebauliches Problem in eine Chance zu verwandeln – hin zu neuem, lebenswertem Wohnraum.

Förderung ermöglicht Investition

Investor Christian Wilhelm Paschertz lobte die Wohnraumförderung des Landes NRW: „Ohne diese gezielte Unterstützung wäre ein solches Projekt an einem so schwierigen Standort kaum möglich gewesen. Die Förderinstrumente bieten Investoren die Grundlage, Verantwortung zu übernehmen und Wohnraum zu schaffen.“

Fertigstellung bis 2027

Bis zum Frühjahr 2027 soll das gesamte Projekt abgeschlossen sein. Dann endet die Zeit des „Horror-Hochhauses“ endgültig – und Krefeld gewinnt ein modernes Wohnquartier mitten in der Stadt. Ein einstiger Ort des Verfalls wird zu neuem Lebensraum für viele Menschen.

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