Hamm/Lerche. Der Rückbau auf dem ehemaligen Bergwerksstandort Schacht Lerche in Hamm kommt nach jahrelanger Verzögerung in Bewegung. Während die Rückbauarbeiten auf dem benachbarten Gelände Heinrich Robert bereits auf der Zielgeraden sind und noch im Sommer abgeschlossen werden sollen, steht der Rückbau von Schacht Lerche nun ebenfalls kurz bevor. Laut RAG-Sprecher Christoph Beike rechnet das Unternehmen mit einem Baubeginn noch in diesem Jahr. Die Arbeiten sollen rund 18 Monate dauern – möglicherweise auch schneller, so Beike.
Keine Sanierung nötig – Verfahren beschleunigt
Ein wesentlicher Vorteil für das Vorhaben: Im Gegensatz zu anderen ehemaligen Bergbauflächen – wie etwa der Kokerei Heinrich Robert – ist der Boden auf Schacht Lerche nicht kontaminiert, sodass keine aufwendige Bodensanierung notwendig ist. Damit entfallen erhebliche Verzögerungen. Auch die Abbruchgenehmigung liegt inzwischen vor, nachdem eine historische Dokumentation zur Industriegeschichte erstellt wurde.
Ursprünglich hatte der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) angeregt, das markante Schachtgerüst unter Denkmalschutz zu stellen. Es erinnert in seiner Form an einen Golfschläger. Doch wegen der Vielzahl denkmalgeschützter Gebäude auf Heinrich Robert wurde der Vorschlag verworfen – mit der Auflage, den Schacht zumindest durch eine ausführliche historische Aufarbeitung für die Nachwelt zu dokumentieren.
Neue Nutzung bereits in den Startlöchern
Parallel zum geplanten Rückbau schreitet auch die Nachnutzung des Geländes voran. Das rund 8,6 Hektar große Areal wurde bereits an Unternehmer Dr. Dirk Gratzel verkauft, der es mit seiner Initiative GreenZero ökologisch umgestalten will. Ziel ist die Entwicklung eines vielseitigen Naturraums mit Lebensräumen für Tiere und Pflanzen. Erste Maßnahmen sind laut Gratzel bereits geplant und auf der Projektwebsite erläutert.
Rückzug der Bergaufsicht bis 2027
Neben dem Rückbau ist der Bau einer Gasdrainage vorgesehen. Erhalten bleibt lediglich ein ehemaliger Sprengstoffbunker, der künftig als Fledermausquartier dienen soll. Das Ende der bergrechtlichen Aufsicht über das Gelände wird derzeit für Mitte 2027 angestrebt.
