Raubgräber plündern Ausgrabungsstelle in Bielefeld

Foto: LWL-Archäologie für Westfalen/Sebastian Düvel
Foto: LWL-Archäologie für Westfalen/Sebastian Düvel

Bielefeld. In Bielefeld-Sieker haben unbekannte Täter erneut archäologische Grabungen auf dem Gelände des geplanten Grundschulneubaus beschädigt. Die Siedlungsspuren stammen aus der römischen Kaiserzeit und sind fast 1.900 Jahre alt. Bereits in den 1980er Jahren hatten Archäologen hier ein Gräberfeld und Siedlungsreste entdeckt – die bislang größte einheimische germanische Fundstelle Westfalens mit Funden von hochwertigem römischem Metall.

Am vergangenen Wochenende wurden unter den Abdeckplanen große, wieder aufgefüllte Löcher entdeckt, in denen Bodenverfärbungen gezielt aufgebuddelt und Fundstücke entwendet wurden, darunter Metallobjekte und Keramikfragmente. Prof. Dr. Michael M. Rind von der LWL-Archäologie bezeichnete den Vorfall als „großen Verlust für die Wissenschaft“, da damit die Fundkontexte zerstört wurden und die Grabungsdokumentation unvollständig bleibt.

Die Stadt Bielefeld als Bauherrin und die LWL-Archäologie prüfen nun zusätzliche Sicherungsmaßnahmen. Claudia Koch, Baudezernentin, appelliert an die Bürger:innen, bei verdächtigen Beobachtungen sofort die Polizei zu informieren, um weitere Schäden an der historischen Stätte zu verhindern.

Trotz der Vorfälle sind öffentliche Führungen weiterhin möglich: Jeden Mittwoch wird die Grabungsstelle Interessierten gezeigt, im Oktober um 17 Uhr, ab November um 16 Uhr.

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