Steinbach/Bad Liebenstein. Ein wichtiger Abschnitt bei der Sicherung der ehemaligen Grube Steinbach im Wartburgkreis ist abgeschlossen. Am 16. Juli 2026 wurde das Grubengebäude hydraulisch an den neu aufgefahrenen Steinbachstollen angeschlossen. Damit kann die Entwässerung des unterirdischen Grubenbereichs auf das genehmigte Flutungsniveau eingeleitet werden. Der entscheidende Eingriff erfolgte gegen 9.30 Uhr durch einen sprengtechnischen Nachriss der sogenannten Wassersaige am Containerüberhauen. Mit dem anschließenden Nachstrossen wurde die Verbindung zwischen dem Grubengebäude und dem neuen Entwässerungsstollen hergestellt. Nach Angaben der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) ist damit die dauerhafte Ableitung des in die Grube eindringenden Wassers sichergestellt.
Neuer Stollen soll Sicherheitsrisiko beseitigen
Der Bau des neuen Steinbachstollens war notwendig geworden, weil der bisherige Entwässerungsweg langfristig keine ausreichende Sicherheit mehr bot. Die ehemalige Flussspatgrube Steinbach wurde bereits 1991 geschlossen. Der alte Steinbachstollen blieb anschließend als zentrale Tagesöffnung für die Entwässerung des Grubengebäudes erhalten. Die LMBV verfolgt mit dem Neubau das Ziel, die Wasserableitung dauerhaft und kontrolliert sicherzustellen. Ein unkontrollierter Anstieg der Grubenwässer sollte damit verhindert werden. Nach früheren Angaben der LMBV hätte ein unkontrollierter Wasseraustritt im ungünstigsten Fall Auswirkungen bis in die Ortslage Steinbach haben können.
1,2 Kilometer neuer Entwässerungsstollen
Der neue Steinbachstollen wurde nahezu parallel zum bestehenden Stollen aufgefahren. Er ist rund 1.210 Meter lang und verfügt über einen offenen Querschnitt von etwa 12 Quadratmetern. Damit ist er sowohl länger als auch deutlich größer dimensioniert als der bisher für die Entwässerung genutzte Stollen mit rund 1.090 Metern Länge und sechs Quadratmetern Querschnitt. Das aus dem Grubengebäude austretende Wasser wird weiterhin über das vorhandene Ableitungssystem in den Vorfluter Grumbach geführt.
Schwierige Arbeiten tief im Berg
Der Weg bis zum hydraulischen Anschluss war technisch anspruchsvoll. Während der Auffahrung mussten die beteiligten Fachfirmen wiederholt auf schwierige geologische Bedingungen reagieren. Der Vortrieb erfolgte zunächst mechanisch, später wurde im festeren Gestein auf Sprengvortrieb umgestellt. Bereits 2025 hatte die LMBV einen wichtigen Durchschlag gemeldet. Mit dem Durchschlag eines Querschlags zur Richtstrecke und zum Blindschacht im alten Grubenfeld war damals eine wesentliche Voraussetzung für die spätere sichere Entwässerung geschaffen worden.
Hydraulischer Anschluss markiert neuen Bauabschnitt
Mit dem jetzt hergestellten Anschluss hat der neue Steinbachstollen seine vorgesehene Funktion übernommen. Das Grubenwasser kann kontrolliert abgeleitet und der Wasserstand entsprechend dem genehmigten Flutungsniveau abgesenkt beziehungsweise reguliert werden. Für die LMBV ist dies vor allem ein sicherheitsrelevanter Meilenstein. Der neue Stollen soll langfristig verhindern, dass sich Wasser unkontrolliert im ehemaligen Grubengebäude aufstaut.
Arbeiten sind noch nicht vollständig beendet
Trotz des erreichten hydraulischen Anschlusses ist das Projekt noch nicht in allen Bereichen abgeschlossen. Im Bereich des Durchschlags müssen nach Angaben der LMBV noch Haufwerk beräumt und Sicherungsarbeiten durchgeführt werden. Erst wenn diese Restarbeiten abgeschlossen sind, kann der neue Entwässerungsweg auch baulich vollständig gesichert übergeben werden. Der zentrale Schritt – die Verbindung des Grubengebäudes mit dem neuen Steinbachstollen – ist jedoch vollzogen.
Bergbausanierung mit langfristiger Bedeutung
Der Steinbachstollen steht beispielhaft für die langfristigen Aufgaben der Bergbausanierung in Thüringen. Auch Jahrzehnte nach der Stilllegung eines Bergwerks können unterirdische Hohlräume und eindringendes Wasser erhebliche Anforderungen an die Gefahrenabwehr stellen. Mit dem Neubau des rund 1,2 Kilometer langen Stollens schafft die LMBV eine dauerhaft ausgelegte Infrastruktur für die kontrollierte Entwässerung der ehemaligen Grube. Der hydraulische Anschluss im Juli 2026 ist damit ein wesentlicher Schritt, um die unterirdischen Wasserströme auch künftig sicher zu beherrschen.
