Mehrum. Der Kühlturm des ehemaligen Kohlekraftwerks Mehrum im Landkreis Peine wurde am 12. April 2025 erfolgreich gesprengt. Punkt 11 Uhr brachte Sprengmeister Eduard Reisch 150 Kilogramm Sprengstoff zur Explosion und lies damit den Turm kontrolliert in sich zusammensacken. Mit einer Höhe von 130 Metern war der Kühlturm eines der markantesten Gebäude der Anlage. Die Sprengung stellt einen weiteren Meilenstein im Rückbau des Kraftwerks dar, das seit März 2024 nicht mehr in Betrieb ist.
Aschesilos fielen im letzten Jahr
Bereits am 26. Oktober 2024 wurden zwei 70 Meter hohe Aschesilos erfolgreich gesprengt. Die kontrollierte Sprengung verlief nach Plan, wie damals die Polizei mitteilte . Ursprünglich war auch die Sprengung des 130 Meter hohen Kühlturms vorgesehen, doch diese wurde aufgrund der Nähe zu Umspannwerken auf das Frühjahr 2025 verschoben.
Im Zuge der Energiekrise reaktiviert
Das Kohlekraftwerk Mehrum wurde 1965 in Betrieb genommen und war 2022 das erste von 14 Steinkohlekraftwerken in Deutschland, das im Zuge der Energiekrise reaktiviert wurde. Im März 2024 stellte es jedoch endgültig den Betrieb ein . Der Abriss des Kraftwerks ist Teil der Umnutzung des Geländes, auf dem künftig ein Gewerbegebiet entstehen soll. Ein Lebensmittelkonzern plant dort den Bau einer Pommes-Frites-Fabrik, die bis zu 650 Arbeitsplätze schaffen könnte .
Hunderte Schaulustige
Die Polizei hatte das Gebiet weiträumig abgesperrt, trotzdem versammelten sich Hunderte Schaulustige auf Feldern und an Zufahrtsstraßen, um die Sprengung mit eigenen Augen zu verfolgen.
