Hightech-Rückbau ebnet Weg für Wasserstoff-Zukunft

Foto: Hagedorn
Foto: Hagedorn

Garching b. München. Eigentlich sollten beide Kesselhäuser des ehemaligen Steinkohlekraftwerks Moorburg in Hamburg Ende März durch eine gezielte Sprengung fallen – doch nur eines der 24.000 Tonnen schweren Gebäude stürzte wie geplant. Für das zweite war Improvisation gefragt: Ein Ersatzkonzept musste her, um die instabile Statik zu sichern und das Bauwerk kontrolliert zu Fall zu bringen.

Die Hagedorn Unternehmensgruppe setzte dabei erstmals in Deutschland auf Fernsteuerung im Gebäuderückbau. Mit dem System Cat Command konnte ein 100-Tonnen-Bagger aus 200 Metern Entfernung präzise Stahlstützen schwächen, ohne dass Arbeiter in die Gefahrenzone mussten. Unterstützt wurde das Team durch Kameras am Baggerarm, Drohnenüberwachung und ein engmaschiges Monitoring von Bewegungen und Geräuschen des Bauwerks.

Das Konzept ging auf: Nach gezielten Vorschwächungen gelang eine zweite Sprengung, die das Kesselhaus kontrolliert zum Einsturz brachte. Der Rückbau gilt als Meilenstein für den sicheren Abbruch großer Industrieanlagen.

Mit dem erfolgreichen Abriss ist nun der Weg frei für das Zukunftsprojekt Hamburg Green Hydrogen Hub. Schon 2025 soll auf dem Gelände eine 100-Megawatt-Elektrolyseanlage entstehen – ein Schlüsselbaustein für die Energiewende in Norddeutschland.

„Unser Einsatz in Hamburg zeigt, wie innovative Technik und Krisenmanagement Hand in Hand gehen“, betont Jens Hofmann, Abbruchleiter bei Hagedorn. Die gewonnenen Erfahrungen sollen künftig auch in Katastrophengebieten zum Einsatz kommen, etwa nach Erdrutschen oder Überschwemmungen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert