Bomberg-Klinik-Eigentümer verklagt Stadt

Foto: rottenplaces Archivfoto
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Bad Pyrmont. Mehr als zwei Jahre nach einem verheerenden Feuer in der seit Jahrzehnten leerstehenden Bombergklinik in Bad Pyrmont eskaliert nun der Streit um die Kosten des damaligen Großeinsatzes. Die Stadt fordert rund 100.000 Euro für den Feuerwehreinsatz – die Eigentümergesellschaft wehrt sich juristisch und bestreitet jede Verantwortung.

Der Brand war 2023 im Keller des verlassenen Klinikgebäudes ausgebrochen. Rund 150 Einsatzkräfte waren damals stundenlang im Einsatz, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Schon kurz nach dem Vorfall stand der Verdacht im Raum, dass es sich um Brandstiftung gehandelt haben könnte – ähnlich wie bei einem weiteren Feuer im selben Jahr in dem Gebäude.

Rechnung zwei Jahre später

Im Oktober 2025 erhielt die Eigentümergesellschaft schließlich den Kostenbescheid der Stadt. Geschäftsführer Dieter Vornhagen hält die Forderung jedoch für unbegründet und hat Klage eingereicht. Nach seiner Darstellung seien alle notwendigen Sicherungsmaßnahmen erfüllt worden. Zum Zeitpunkt des Brandes habe zudem noch eine naturschutzrechtlich relevante Maßnahme stattgefunden: In dem Gebäude nistete eine seltene Fledermausart, weshalb eine vollständige Entkernung noch nicht genehmigt gewesen sei.

Der Geschäftsführer weist jede Fahrlässigkeit zurück. Nach seinen Angaben seien Unbekannte gewaltsam in den Keller eingedrungen, hätten verschlossene Türen aufgebrochen und mutmaßlich Holzverkleidungen in Brand gesetzt. Für ein solches kriminelles Vorgehen könne die Eigentümergesellschaft nicht haftbar gemacht werden.

Kein Vergleich mit der Stadt

Nach Darstellung Vornhagens habe es zwar ein Gespräch über einen möglichen Vergleich gegeben, der eine Zahlung von 25.000 Euro vorgesehen hätte. Die Stadt Bad Pyrmont habe diesem Vorschlag jedoch nicht zugestimmt. Eine Sprecherin der Stadt bestätigte, dass der Kostenbescheid über rund 100.000 Euro weiterhin Bestand hat und derzeit Gegenstand eines Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht ist. Ein Termin für die Verhandlung steht bislang nicht fest.

Problemimmobilie mit langer Vorgeschichte

Die ehemalige „Kurklinik am Bomberg“ steht bereits seit 1996 leer und gilt seit Jahren als Problemobjekt. Der Großeinsatz der Feuerwehr dauerte damals etwa zwölf Stunden – es war bereits das sechste Feuer in dem Gebäude. Trotz zwischenzeitlicher Entkernungsarbeiten kommt es nach Angaben der Eigentümer immer wieder zu Vandalismus und unbefugtem Zutritt.

Der nun anstehende Rechtsstreit dürfte grundsätzliche Fragen klären: Wer trägt die Kosten für Einsätze, wenn mutmaßliche Brandstifter ein leerstehendes Gebäude anzünden – die öffentliche Hand oder der Eigentümer? Eine Entscheidung könnte Signalwirkung für vergleichbare Fälle haben.

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