Abriss des alten Technischen Rathauses startet

Foto: Stadt Pforzheim
Foto: Stadt Pforzheim

Pforzheim. In der Pforzheimer Innenstadt beginnt im August ein markanter Wandel: Das ehemalige Technische Rathaus wird abgerissen. Damit startet der zweite Bauabschnitt des Großprojekts Schlossberghöfe, mit dem rund um Rathaus, Schlossberg und Enzufer ein neues innerstädtisches Quartier entsteht. Das Gebäude wird derzeit vollständig entrümpelt und entkernt. Anschließend beginnen die eigentlichen Abbrucharbeiten. Parallel bereitet der Projektentwickler Ten Brinke weitere Flächen für den Rückbau vor.

Nachkriegsbau macht Platz für neues Stadtquartier

Mit dem Abriss verschwindet ein prägendes Gebäude der Pforzheimer Nachkriegszeit aus dem Stadtbild. Das ehemalige Technische Rathaus steht dem neuen städtebaulichen Konzept der Schlossberghöfe im Weg und soll deshalb durch einen Neubau ersetzt werden. Der zweite Bauabschnitt beschränkt sich allerdings nicht auf das Rathaus. Auch die älteren Gewerbebauten entlang der Östlichen Karl-Friedrich-Straße 3 bis 11 werden ab Herbst entrümpelt, entkernt und anschließend zurückgebaut. Damit wird auf dem Areal Schritt für Schritt Platz für die nächste Generation der Innenstadtbebauung geschaffen.

Drei neue Gebäude bis 2029

Auf den frei werdenden Grundstücken sollen insgesamt drei weitere Gebäude entstehen. Die Planungen sehen dabei einen gemischten Nutzungsmix vor. Vorgesehen sind unter anderem geförderter Mietwohnraum, Einzelhandel, Gastronomie, Gewerbeflächen, eine weitere Kindertagesstätte, Tiefgaragen und neue öffentliche und private Freiräume. Die Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts ist nach derzeitiger Planung für Sommer 2029 vorgesehen. Damit soll aus einer bislang stark von Verkehr, Verwaltung und älteren Gewerbebauten geprägten Fläche ein urbanes Quartier mit Wohnungen, Arbeitsplätzen, Einkaufsmöglichkeiten und Aufenthaltsbereichen werden.

Neues Technisches Rathaus ist bereits fertig

Der Umzug der Verwaltung hat den Weg für den Abriss erst möglich gemacht. Das neue Technische Rathaus wurde bereits 2025 im ersten Bauabschnitt fertiggestellt und an die Stadt übergeben. Damit können die bisherigen Verwaltungsflächen im alten Gebäude vollständig aufgegeben werden. Das neue Rathaus bildet zugleich den ersten fertiggestellten Baustein der Schlossberghöfe. Auch dort wurde bereits eine Kindertagesstätte integriert. Das neue Gebäude ist damit nicht ausschließlich Verwaltungsstandort, sondern Teil des geplanten Nutzungsmixes.

Schlossbergauffahrt wird dauerhaft geschlossen

Mit dem Beginn der neuen Bauphase kommt es allerdings auch zu erheblichen Veränderungen für den Verkehr. Ab Oktober 2026 wird die Schlossbergauffahrt dauerhaft für den motorisierten Individualverkehr und den Busverkehr geschlossen. Die Maßnahme geht auf einen Gemeinderatsbeschluss aus dem Jahr 2014 zurück und ist Bestandteil der langfristigen Innenstadtplanung. Der obere Bereich des Schlossbergs soll künftig als Sackgasse mit Wendemöglichkeit ausgestaltet werden. Lieferverkehr bleibt von der entsprechenden Seite aus weiterhin möglich.

Deimlingstraße wird zeitweise zur Engstelle

Auch auf der Deimlingstraße müssen sich Verkehrsteilnehmer auf Einschränkungen einstellen. Im Bereich der Baustelle wird die Straße ab Oktober verengt. Für den Individualverkehr bleibt dort zunächst nur eine Fahrspur in Richtung Norden. Der Busverkehr kann die Deimlingstraße dagegen weiterhin in beide Richtungen nutzen. Nach Abschluss der Bauarbeiten soll die Straße wieder in beiden Richtungen befahrbar sein. Die Stadt rechnet insgesamt mit baustellenbedingten Einschränkungen für Anwohner, Händler, Passanten und Verkehrsteilnehmer.

Aus der Straße soll ein neuer Freiraum werden

Die dauerhafte Sperrung der Schlossbergauffahrt verfolgt allerdings nicht nur verkehrliche Ziele. Die frei werdenden Flächen sollen langfristig städtebaulich neu geordnet werden. Nach den Vorstellungen der Stadt könnte am Schlossberg ein neuer Park entstehen. Der Bereich soll stärker mit der Innenstadt verbunden und zu einem attraktiven öffentlichen Freiraum entwickelt werden. Damit verändert sich die Funktion des Schlossbergs grundlegend: Aus einer Verkehrsverbindung soll langfristig ein Aufenthaltsort werden.

Rund 100 Millionen Euro für die Innenstadtentwicklung

Die Schlossberghöfe zählen zu den größeren aktuellen Innenstadtprojekten in Pforzheim. Das Gesamtvorhaben soll nach bisherigen Angaben rund 100 Millionen Euro kosten. Die Stadt arbeitet dabei mit dem Projektentwickler und Bauunternehmen Ten Brinke zusammen. Das Ziel ist eine Mischung aus Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Gastronomie und Freizeit. Besonders der Wohnungsbau gewinnt bei den aktuellen Planungen an Bedeutung. Angesichts des angespannten Wohnungsmarktes sollen Teile der neuen Wohnungen als geförderter Mietwohnraum entstehen.

Innenstadt soll wieder stärker zum Wohnort werden

Hinter dem Projekt steht ein grundlegender städtebaulicher Ansatz: Die Pforzheimer Innenstadt soll nicht nur Einkaufs- und Verwaltungsstandort sein, sondern wieder stärker zum Wohn- und Lebensort werden. Wohnungen, Gastronomie, Einzelhandel und Arbeitsplätze sollen künftig enger miteinander verbunden sein. Gleichzeitig sollen neue Freiräume und eine verlängerte Fußgängerzone für mehr Aufenthaltsqualität sorgen. Die Schlossberghöfe sollen damit einen wichtigen Beitrag zur Neugestaltung der östlichen Innenstadt leisten.

Abriss markiert sichtbaren Wendepunkt

Mit dem Abriss des alten Technischen Rathauses wird die Veränderung nun erstmals auch im Stadtbild deutlich sichtbar. Wo bislang ein Gebäude aus der Nachkriegszeit steht, soll bis 2029 ein neuer Teil der Pforzheimer Innenstadt entstehen. Für die kommenden Jahre bedeutet das zunächst Baustellen, Umleitungen und Einschränkungen. Langfristig verfolgt die Stadt jedoch ein deutlich weiterreichendes Ziel: mehr Wohnungen, neue Geschäftsflächen, Gastronomie und öffentliche Räume – und einen neu gestalteten Schlossberg als grünen Mittelpunkt der Innenstadt.

Die Schlossberghöfe werden damit zu einem der sichtbarsten Beispiele für den aktuellen Umbau der Pforzheimer Innenstadt.

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