Hessisches Braunkohle Bergbaumuseum

Im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis öffnet das Hessische Braunkohle Bergbaumuseum in Borken seine Tore unter dem Motto „Industriekultur entdecken – Landschaftswandel erfahren“. Das Museum gewährt eindrucksvolle Einblicke in den ehemaligen Braunkohleabbau der Region und zeigt anschaulich, wie aus Kohle Energie gewonnen wurde – und wie die einstige Bergbaulandschaft heute eine neue ökologische Bedeutung erhält.

Das Museum ist als „Erlebnis Über- und Unter-Tage“ gestaltet und führt Besucher durch vier spannende Ausstellungsbereiche: den Themenpark „Kohle & Energie“ mit funktionstüchtigen Bergbau- und Kraftwerksmaschinen, den Besucherstollen mit originalgetreu nachgebauten Arbeitsbedingungen unter Tage, die historische Abteilung „Bergbaugeschichte“ in der Innenstadt und das Naturschutzinformationszentrum am Borkener See. Besonders junge Besucher werden mit spielerischen Erfahrungsbereichen und Experimentierwerkstätten altersgerecht an die Geschichte von Kohle und Energie herangeführt.

Die Bergbaugeschichte Borkens blickt auf eine 400-jährige Tradition zurück und zeigt, wie der Braunkohleabbau maßgeblich die Industrialisierung und das soziale Leben der Region prägte. Ein im Museum nachgebauter Stollen lässt Besucher hautnah erfahren, wie mühsam die Arbeit unter Tage war – mit Maschinen, Werkzeugen und typischen Bergbau-Techniken, die anschaulich erläutert und vorgeführt werden.

Auf dem weitläufigen Themenpark am Ortsrand werden mächtige Schaufelradbagger, Fördertechnik und Kraftwerksturbinen in Aktion präsentiert. Historische Filmaufnahmen ergänzen die Ausstellung und vermitteln ein lebendiges Bild der harten Arbeit. Wer möchte, kann an Wochenenden und nach Voranmeldung mit der Museumsbahn durch das Gelände fahren und anschließend im Museumscafé entspannen.

Ein weiteres Highlight ist das Naturschutzinformationszentrum, das die Folgen des Bergbaus für Natur und Landschaft in den Fokus rückt. Am Beispiel des Borkener Sees – entstanden aus einem ehemaligen Tagebau – wird eindrucksvoll gezeigt, wie aus zerstörten Bergbauflächen heute wertvolle Lebensräume und Freizeitareale entstehen. Das Borkener Seenland mit seinen Seen lädt zu Wanderungen, Wassersport und Naturbeobachtungen ein.

Der 32 Kilometer lange Braunkohlerundweg verknüpft das Museum mit dem gesamten Revier und ermöglicht es Radfahrern und Wanderern, auf den Spuren der Industriegeschichte zu wandeln. Über 20 ehemalige Betriebsstätten, Halden und Seen lassen den Wandel von der industriellen Nutzung zur naturnahen Erholung erlebbar werden.

Nicht nur Technikfans kommen hier auf ihre Kosten: Die Museumsstraße verbindet die Ausstellungen mit künstlerischen Skulpturen und technischen Denkmälern, die die Geschichte der Kohle, Energie und Landschaftsentwicklung kreativ interpretieren.

Ein bewegendes Mahnmal erinnert an die 51 Bergleute, die 1988 bei einem Grubenunglück in der Grube Stolzenbach ihr Leben verloren. Die Gedenkstätte auf dem ehemaligen Bergbaugelände ehrt die Opfer und mahnt zum verantwortungsvollen Umgang mit der Industriegeschichte.

Regelmäßig veranstaltet das Museum Feste zum Saisonstart und -ende, Natur- und Techniktage, bergmännische Feiern sowie Konzerte und den Internationalen Museumstag. So bleibt das Hessische Braunkohle Bergbaumuseum ein lebendiger Ort, der Geschichte, Technik und Naturschutz auf einzigartige Weise miteinander verbindet.

Infos für Besucher

Hessisches Braunkohle Bergbaumuseum
Am Freilichtmuseum 1, 34582 Borken
Koordinaten: 51°03’05.1″N 9°16’01.8″E
www.braunkohle-bergbaumuseum.de

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