Der Name Zitza dürfte vielen ehemaligen DDR-Bürgern noch bekannt sein. Haarwasser, Shampoo, Haarfärbemittel und andere Kosmetikprodukte wurden in Zeitz hergestellt und gehörten zum festen Sortiment der DDR-Drogerien. Hinter der Marke stand der VEB Zitza-Werk Zeitz, dessen Geschichte wesentlich älter ist als die DDR selbst. Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis 1807 zurück, als in Zeitz die Seifen- und Parfümeriefabrik C. H. Oehmig-Weidlich gegründet wurde. 1889 entstand am Wasserberg eine neue Fabrikanlage. Ab 1902 erweiterte das Unternehmen sein Sortiment und produzierte neben Seifen und Parfümeriewaren auch Kakao, Schokolade und Zuckerwaren.
Damit entwickelte sich am Wasserberg ein vielseitiger Industriebetrieb, der eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt verbunden war.

Aus Oehmig-Weidlich wird VEB Zitza
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der entscheidende Einschnitt. 1952 wurde das Unternehmen enteignet und in Volkseigentum überführt. Ab 1954 firmierte der Betrieb als VEB Zitza-Werk Zeitz. Das Produktionsprofil wurde nun konsequent auf Kosmetik ausgerichtet. Besonders bekannt wurden Haarpflege- und Tönungsprodukte der Marke „Fan“. Auch Haarwasser und weitere kosmetische Erzeugnisse gehörten zum Sortiment. Ein erhaltenes Produktobjekt des DDR-Museums belegt beispielsweise „Kolestral Haarwasser“ des VEB Zitza-Werk Zeitz.





Kosmetik aus Zeitz für die DDR
Zitza entwickelte sich zu einem wichtigen Hersteller von Haarpflege- und Kosmetikprodukten. Die Marke Zitza beziehungsweise Zit wurde in der DDR mit verschiedenen Haarpflegeartikeln verbunden. Auch Produkte wie „Zit“-Shampoo sind heute noch in Sammlungen zur DDR-Alltagskultur zu finden. Der Betrieb wurde im Laufe der Jahre mehrfach organisatorisch neu eingeordnet. 1966 gehörte er zur VVB Leichtchemie, 1970 zum VEB Chemisches Kombinat Miltitz. Später wurde Zitza als Betriebsteil dem VEB Deutsches Hydrierwerk Rodleben unterstellt.

Das Ende nach der Wende
Mit dem Ende der DDR verlor auch Zitza seine bisherige wirtschaftliche Grundlage. Nach 1990 wurde der Betrieb zunächst privatisiert. Die neue zitza cosmetic GmbH versuchte, mit neuen Produkten auf dem westdeutschen Markt Fuß zu fassen. Unter anderem wurden eine Herrenserie und neue Haarpflegeprodukte entwickelt. Der Neustart blieb jedoch erfolglos. 1996 wurde die Produktion endgültig eingestellt. Damit endete eine fast 190-jährige Unternehmensgeschichte am Zeitzer Standort.

Die Fabrik wird zum Lost Place
Nach der Stilllegung standen die historischen Gebäude am Wasserberg lange leer. Die einstigen Produktionsräume verfielen, Vandalismus hinterließ deutliche Spuren. Noch Jahre nach dem Produktionsende fanden sich dort Verpackungen und andere Relikte aus der Zeit des Kosmetikherstellers. Das ehemalige Fabrikgelände wurde damit zu einem eindrucksvollen Zeugnis des industriellen Niedergangs in Zeitz.

Eine Marke bleibt in Erinnerung
Die Fabrik ist heute vor allem ein Stück Zeitzer Industriegeschichte. Zitza überlebte als Erinnerungsmarke, während der Produktionsstandort selbst seine Bedeutung verlor. Die Geschichte des VEB Zitza zeigt exemplarisch, wie aus einem traditionsreichen Privatunternehmen ein volkseigener DDR-Betrieb wurde – und wie schwer es nach 1990 war, solche Unternehmen unter völlig veränderten Marktbedingungen zu erhalten.
