In der Stadt Lauchhammer im südlichen Brandenburg, Landkreis Oberspreewald-Lausitz, ragen 24 markante Türme 22 Meter hoch in den Himmel – ein imposantes Relikt aus der Zeit der Koksproduktion. Diese sogenannten Biotürme befinden sich auf dem Gelände der ehemaligen Braunkohlen-Kokerei in Lauchhammer-West und wurden zwischen 1957 und 1959 errichtet und in Betrieb genommen. Sie dienten der biologischen Reinigung phenolhaltiger Abwässer, indem diese über Hochofenschlacke verrieselt wurden, die sich im Inneren der Türme befand.

Nach der Stilllegung der Kokerei Ende 2002 drohte dem Bauwerk der Abriss. Doch unter dem Motto „Castel del Monte der Lausitz“ wurden die Biotürme als bedeutendes Zeugnis der Industriegeschichte in die Projektliste der Internationalen Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land aufgenommen. Damit war ihr Erhalt gesichert.
Bereits 1996 wurden die Biotürme unter Denkmalschutz gestellt. Im Jahr 2006 begann eine umfangreiche Sanierung mit Unterstützung aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung sowie aus Mitteln zur Braunkohlesanierung. Zwei Jahre später, am 17. Juli 2008, wurden die restaurierten Türme der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Heute können Besucher einen der Türme besteigen und von zwei verglasten Aussichtskanzeln aus einen weiten Blick über das ehemalige Industrieareal genießen. Die Biotürme sind nicht nur ein technisches Denkmal, sondern auch ein Symbol für den Strukturwandel in der Lausitz – ein Ort, an dem Geschichte, Architektur und Landschaft auf besondere Weise zusammenkommen.
Infos für Besucher
Biotürme Lauchhammer
Finsterwalder Str. 57, 01979 Lauchhammer
Koordinaten: 51°29’20.0″N 13°43’50.6″E
www.biotuerme.de
