Das ehemalige Bahnbetriebswerk Löhne gehörte einst zu den prägenden Eisenbahnanlagen der Stadt. Löhne entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem wichtigen Bahnknotenpunkt, nachdem 1875 die Strecke nach Hameln eröffnet worden war. Mit dem wachsenden Zugverkehr stießen die vorhandenen Lokstationen schnell an ihre Grenzen.

Vom Lokschuppen zum großen Bahnbetriebswerk
1888 und 1889 entstand deshalb ein umfangreiches neues Betriebswerk. Zur Anlage gehörten unter anderem ein elfständiger Halbringlokschuppen, eine Drehscheibe mit rund 16 Metern Durchmesser sowie Einrichtungen zum Bekohlen und zur Wasserversorgung der Dampflokomotiven. Das Betriebswerk wurde im Laufe der Jahrzehnte mehrfach erweitert. Die technische Entwicklung der Eisenbahn hinterließ dabei deutliche Spuren: Neben Dampflokomotiven kamen später Diesel- und Elektrolokomotiven zum Einsatz. Auch die Anlagen für Wartung und Versorgung wurden entsprechend angepasst.














Ende der Dampflokzeit
Löhne blieb bis in die Nachkriegszeit ein wichtiger Standort für den Lokomotivbetrieb. Noch in den 1960er-Jahren prägten Dampflokomotiven das Bild des Betriebswerks. Historische Aufnahmen dokumentieren unter anderem Maschinen der Baureihen 41 und 50 vor dem Ringlokschuppen. Mit der fortschreitenden Elektrifizierung und dem Ende des Dampfbetriebs verlor das Bahnbetriebswerk jedoch zunehmend seine ursprüngliche Bedeutung. 1984 wurde es aufgelöst. Der ehemalige Ringlokschuppen blieb zunächst teilweise erhalten.

Abriss statt Denkmalschutz
Was folgte, ist ein bekanntes Kapitel vieler ehemaliger Eisenbahnstandorte: Leerstand, zunehmender Verfall und schließlich der Abriss. 2020 verschwanden auch die letzten markanten Reste des Bahnbetriebswerks, darunter der Ringlokschuppen und die Drehscheibe. Damit ist das Bahnbetriebswerk Löhne heute vor allem Geschichte. Dort, wo einst Lokomotiven auf der Drehscheibe rangierten, Kohle geladen und Dampfkessel versorgt wurden, erinnert kaum noch etwas an die einstige Größe des Eisenbahnstandorts.
