Bw Oberhausen

Das Bahnbetriebswerk Oberhausen-Osterfeld Süd war einst einer der bedeutendsten Eisenbahnstandorte im Ruhrgebiet. Mit dem Ausbau des Rangierbahnhofs entstanden um die Jahrhundertwende zwei große Ringlokschuppen mit jeweils 20 Ständen. Über zwei 25-Meter-Drehscheiben wurden die Lokomotiven in die Hallen gebracht.

90 Dampflokomotiven in Osterfeld

Ab 1905 waren im Betriebswerk rund 90 Dampflokomotiven beheimatet. Zum Werk gehörten neben den Lokschuppen auch ein Wasserturm, Bekohlungs- und Entschlackungsanlagen sowie Werkstätten und Sozialräume. Die Dimensionen des Standortes spiegelten die Bedeutung Osterfelds als großer Rangierbahnhof wider. 1921 arbeiteten dort rund 2.000 Eisenbahner, mehr als 600 davon in den Werkstätten des Betriebswerks.

Das Ende der Dampflokzeit

Mit der Elektrifizierung der Strecken änderte sich das Bild grundlegend. Bereits ab Mitte der 1960er-Jahre wurde der erste Ringlokschuppen abgerissen und durch eine moderne Reparaturhalle für Elektrolokomotiven ersetzt. Die Zahl der Dampflokomotiven sank rapide. Am 20. März 1976 verließ die letzte Dampflok das Bahnbetriebswerk Osterfeld-Süd.

Umbau zum Diesel-Betriebswerk

1984 fiel die Entscheidung, Osterfeld künftig als reines Diesel-Betriebswerk zu nutzen. Der zweite Ringlokschuppen samt Drehscheibe verschwand ebenfalls. Stattdessen entstand eine 74 Meter lange und 48 Meter breite moderne Wartungshalle. 1989 war der Umbau abgeschlossen – nun konnten dort 164 Diesellokomotiven betreut werden.

Oberhausen bleibt Eisenbahnstandort

Das Bahnbetriebswerk Oberhausen-Osterfeld ist damit ein Beispiel für den tiefgreifenden Wandel der Eisenbahn im Ruhrgebiet. Aus dem Dampflokstandort mit gewaltigen Ringlokschuppen wurde ein moderner Betrieb für Diesel- und später auch weitere Triebfahrzeuge. Die Geschichte des Areals ist eng mit dem Aufstieg und Niedergang der Montanindustrie verbunden – und macht Osterfeld zu einem wichtigen Schauplatz der regionalen Industriekultur.

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