Zwischen Bergisch Born und Hückeswagen lag mit der ehemaligen Abdeckerei Bergisch Born ein ungewöhnlicher und heute verschwundener Lost Place. Die Anlage diente über Jahrzehnte als Tierkörperbeseitigungsanstalt. Unter der Bezeichnung „Seifensiede“ wurden dort Tierkörper verarbeitet und unter anderem zu Fleisch- und Knochenmehl verwertet. Die Verarbeitung von Tierkadavern machte den Standort zu einem besonders auffälligen Industriebetrieb. Vor allem bei sommerlichen Temperaturen sorgte die Anlage für erhebliche Geruchsbelästigungen in der Umgebung. Nach der späteren Stilllegung blieb der charakteristische Geruch nach Angaben von Zeitzeugen noch lange bestehen.









Insolvenz und jahrelanger Leerstand
Nach der Insolvenz des Betreibers stand die ehemalige Abdeckerei jahrelang leer. Das verlassene Gebäude wurde zunehmend dem Verfall überlassen und entwickelte sich zu einem ungewöhnlichen Motiv für Lost-Place-Fotografen. Gleichzeitig sorgte der ungesicherte Zustand für Probleme, da das Gelände immer wieder unbefugt betreten wurde. Die Stadt Remscheid hatte das Gelände nach der Insolvenz für rund 1,3 Millionen Euro erworben. Ursprünglich bestand die Hoffnung, die Fläche später gewerblich nutzen zu können. Diese Pläne scheiterten jedoch unter anderem am Naturschutz.

2014 verschwindet die „Stinkfabrik“
Der endgültige Abschied von der Abdeckerei kam schließlich 2014. Die inzwischen stark verfallene Anlage wurde abgerissen. Damit verschwand ein ungewöhnliches Zeugnis der regionalen Entsorgungs- und Industriegeschichte aus dem Landschaftsbild von Bergisch Born.
Heute erinnert kaum noch etwas an den einstigen Betrieb. Die Geschichte der ehemaligen Tierkörperbeseitigungsanstalt bleibt jedoch mit Bergisch Born verbunden – nicht zuletzt wegen ihrer ungewöhnlichen Funktion und der jahrzehntelangen Geruchsbelastung für die Umgebung.
