Ziegelei Dröge

Im Stemweder Ortsteil Hollwede erinnert die ehemalige Ziegelei Dröge an die lange Tradition der Ziegelherstellung in der Region. Das Unternehmen wurde 1859 von Friedrich Dröge gegründet. Der Standort profitierte von den ergiebigen Tonvorkommen in der Umgebung, die bereits im 19. Jahrhundert zur Ansiedlung mehrerer Ziegeleien führten. Ursprünglich wurden die Ziegel noch weitgehend in Handarbeit hergestellt. Unter Friedrich Dröge junior wurde die Anlage 1903 auf Dampfbetrieb umgestellt. Produziert wurden unter anderem Mauerziegel, Dachziegel und Drainagerohre. Damit entwickelte sich der Familienbetrieb zu einem technisch deutlich leistungsfähigeren Ziegeleistandort.

Die Tongrube der Ziegelei lag unmittelbar östlich der Straße zwischen Großenheide und Hollwede. Der dort gewonnene Ton bildete über Jahrzehnte die Grundlage für die Produktion.

1975 endet die Ziegelproduktion

Nach mehr als einem Jahrhundert endete die Produktion 1975. Mit dem Niedergang des traditionellen Ziegeleihandwerks und der zunehmenden Industrialisierung der Baustoffproduktion verlor der Standort seine wirtschaftliche Grundlage. Das Gelände wurde anschließend kaum noch unterhalten. Die Gebäude verfielen zunehmend, während sich die Natur die ehemalige Produktionsstätte zurückeroberte. Zeitzeugen der industriellen Vergangenheit blieben jedoch noch über Jahrzehnte erhalten.

Abriss beseitigt die letzten Spuren

Der Verfall nahm schließlich ein Ausmaß an, das einen Erhalt der Anlage erschwerte. Im Juni 2008 begann der Abriss der ehemaligen Ziegelei. Damit verschwand ein weiterer historischer Industriebetrieb aus dem Landschaftsbild von Stemwede. Noch Jahre nach der Stilllegung waren auf dem Gelände unter anderem Reste der Produktionsgebäude und teilweise erstaunlich gut erhaltene Trockenschuppen zu erkennen. Historische Fotografien dokumentieren den Zustand der Anlage vor ihrem endgültigen Verschwinden.

Zeugnis der regionalen Ziegelindustrie

Die Ziegelei Dröge steht exemplarisch für die einst bedeutende Ziegelindustrie im Raum Stemwede. Der vorhandene Tonreichtum führte vor dem Zweiten Weltkrieg zur Ansiedlung von insgesamt vier Ziegeleien in Niedermehnen und Umgebung. Heute erinnern nur noch historische Quellen, Geländespuren und Fotografien an diese Epoche.

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