Stadt warnt vor ehemaligen Flora-Gelände

Parchim. Wer aus Siggelkow nach Parchim fährt, kommt an einem unübersehbaren Problem vorbei: Verfallene Gebäude, eingestürzte Dächer, leere Fensterhöhlen – das ehemalige LPG-Gelände an der Meyenburger Chaussee präsentiert sich als eine der sichtbarsten Problemflächen der Stadt. Über allem ragt ein alter Schornstein, längst marode, aber bislang unverzichtbar.

Schornstein war jahrelang Mobilfunkstandort

Wie Stadtsprecher Axel Schott bestätigt, war der Schlot über viele Jahre an Mobilfunkanbieter vermietet, die dort Antennen installierten. Erst mit dem Bau eines neuen Funkmastes auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurde der alte Turm überflüssig. Doch ausgerechnet dieser Schornstein ist der Grund, weshalb das Gelände bis heute nicht beräumt wurde.

Die Stadt hat das Areal eingezäunt und mit Warnschildern versehen – nicht aus Symbolik, sondern aus tatsächlicher Lebensgefahr. Die Ruinen sind einsturzgefährdet, und der Schornstein wurde wiederholt Ziel waghalsiger Kletteraktionen. Um ihrer Verkehrssicherungspflicht nachzukommen, blieb der Zugang versperrt.

Keine Zeitplanung für Beräumung – Wohnbaupläne auf unbestimmte Zeit vertagt

Im Rathaus ist derzeit unklar, wann das Areal abgerissen und neu entwickelt wird. Zwar soll langfristig Wohnraum entstehen, nachdem die Flächen kurz nach der Wende zeitweise als Einkaufsstandort dienten. Doch eine verbindliche Zeitplanung existiert nicht.

Regimentsvorstadt hat Priorität

Aktuell genießt ein anderes Projekt Vorrang: das Baugebiet „Regimentsvorstadt“ nahe dem Südring. Dort existiert seit fünf Jahren ein Bebauungsplan, und das Areal gilt wegen seiner Lage zwischen Altstadt, Weststadt und Südstadt als zentrale Entwicklungsfläche. Zudem ermöglicht die Nutzung ehemaliger Militärflächen eine Schonung unbebauter Areale am Stadtrand.

Bis das Gelände an der Meyenburger Chaussee an die Reihe kommt, dürfte daher noch Zeit vergehen. Die Ruinen bleiben einstweilen – ein Mahnmal für verpasste Entwicklungschancen und ein Sicherheitsrisiko, das die Stadt weiter im Blick behalten muss.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert