Stadt hat Interesse an Schweinaer Kammgarnspinnerei

Schweina. Die ehemalige Kammgarnspinnerei im Bad Liebensteiner Ortsteil Schweina kommt unter den Hammer. Für die Stadt könnte die anstehende Zwangsversteigerung eine neue Gelegenheit sein, das seit Jahren problematische Areal selbst in die Hand zu bekommen. Bad Liebenstein bemüht sich bereits seit Längerem um eine Lösung für die verfallene Industriebrache.

Das rund 18.562 Quadratmeter große Grundstück umfasst zahlreiche ehemalige Betriebsgebäude, darunter Fabrikhallen, ein Heizhaus, einen Fabrikschornstein, einen mehrgeschossigen Verwaltungstrakt sowie weitere technische Anlagen. Der bauliche Zustand gilt als desolat bis ruinös. Hinzu kommen erhebliche Bodenkontaminationen mit Arsen aus der früheren industriellen Nutzung. Das Areal steht zudem als Einzeldenkmal unter Denkmalschutz.

Der gerichtlich festgesetzte Verkehrswert beträgt lediglich 65.000 Euro. Der Versteigerungstermin ist für den 29. Oktober 2026 beim Amtsgericht Eisenach angesetzt. Damit könnte das Grundstück vergleichsweise günstig den Eigentümer wechseln – allerdings verbunden mit erheblichen Risiken und hohen Kosten für eine künftige Entwicklung.

Dabei ist die Spinnerei nicht nur ein Problemfall. In den städtebaulichen Konzepten der Stadt Bad Liebenstein wird das Areal als eines der größten innerörtlichen Entwicklungspotenziale Schweinas beschrieben. Denkbar ist langfristig unter anderem eine neue Wohnbebauung auf dem Gelände. Der Weg dorthin dürfte jedoch angesichts des ruinösen Gebäudebestands, der Altlasten und des Denkmalschutzes schwierig werden.

Seit dem Ende der Nutzung ist die ehemalige Kammgarnspinnerei zu einer markanten Industriebrache geworden. Nun könnte die Zwangsversteigerung Bewegung in die festgefahrene Situation bringen. Ob die Stadt tatsächlich zugreift und damit Verantwortung für das schwierige Erbe übernimmt, dürfte für die Zukunft des Schweinaer Lost Places entscheidend sein.

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