Sanierung auf dem Ex-Beyer-Gelände startet

Altenstadt. In Altenstadt an der Waldnaab beginnt in den kommenden Wochen ein weiteres großes Kapitel der industriellen Altlastenbeseitigung. Auf dem Gelände der einstigen Bleikristallwerke rücken die Baugeräte an, um schadstoffbelastete Böden aus Zeiten der Glasproduktion zu entfernen. Das frühere Beyer-Areal, einst ein Motor der regionalen Wirtschaft, ist heute ein Problemfall: In den 1970er Jahren arbeiteten bis zu 1.200 Menschen in der Glasindustrie, nach den Insolvenzen der Hersteller Beyer (1993) und Hofbauer (1995) blieben jedoch giftige Rückstände zurück.

Das Gesamtareal umfasst rund 127.000 Quadratmeter. Tatsächlich saniert werden aber nur jene Bereiche, in denen nachgewiesene Kontaminationen vorliegen.

Gefahrenabwehr in öffentlicher Hand – Millionen fließen in Abriss und Bodensanierung

Weil der aktuelle Eigentümer bislang nicht aktiv wurde, übernimmt das Landratsamt erneut die Gefahrenabwehr – ähnlich wie bereits 2023 beim Rückbau des alten Schornsteins. Insgesamt liegen die Kosten für Abrissarbeiten und Bodensanierung bei etwa 4,5 Millionen Euro. Rund 200.000 Euro trägt der Landkreis selbst, den Großteil finanziert der Freistaat.

Nutzungsperspektive: Ganztagsbetreuung im ehemaligen Verwaltungsbau geplant

Ein Teil des Areals befindet sich bereits im Besitz der Gemeinde Altenstadt. Dort soll im früheren Verwaltungsgebäude bis Ende 2027 eine Ganztagsbetreuung entstehen. Die Kosten für Umbau und Sanierung belaufen sich auf rund 6,7 Millionen Euro, größtenteils gedeckt durch EU-Fördermittel. Parallel plant das Landratsamt für das kommende Frühjahr den Start der Bodensanierung auf dem angrenzenden Hofbauer-Gelände.

Die Arbeiten markieren einen weiteren Schritt, um die jahrzehntelangen Altlasten der Bleikristallindustrie zu beseitigen – und das Areal nach Jahren des Stillstands einer neuen Nutzung zuzuführen.

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