Rheinbach lässt denkmalgeschützte Scheune abreißen

Rheinbach-Oberdrees. Ein Stück historischer Bausubstanz ist in Rheinbach verschwunden: Die Stadt hat eine denkmalgeschützte Scheune am Ortseingang von Oberdrees abreißen lassen. Das Gebäude war über Jahre zunehmend verfallen. Zuletzt wurde die Standsicherheit offenbar so kritisch eingeschätzt, dass nur noch der Rückbau blieb. Die Scheune hatte ihre ursprüngliche Funktion längst verloren. Statt einer neuen Nutzung setzte sich über Jahre der Verfall fort. Witterung und fehlende Instandhaltung hinterließen deutliche Spuren an der historischen Bausubstanz. Damit geriet das Gebäude in einen klassischen Konflikt des Denkmalschutzes: Einerseits sollte ein Zeugnis der örtlichen Bau- und Landwirtschaftsgeschichte erhalten werden, andererseits wurde der bauliche Zustand immer problematischer.

Besonders bitter ist der Verlust, weil die Scheune unter Denkmalschutz stand. In Rheinbach gibt es derzeit 226 eingetragene Baudenkmäler. Veränderungen an geschützten Gebäuden benötigen grundsätzlich eine denkmalrechtliche Erlaubnis. Der Schutzstatus bedeutet allerdings nicht, dass ein Gebäude unter allen Umständen erhalten werden kann. Wenn eine Sanierung technisch oder wirtschaftlich nicht mehr vertretbar ist oder eine akute Gefahr besteht, kann letztlich auch der Abriss eines Denkmals genehmigt werden.

Der Fall Oberdrees zeigt damit eine der größten Herausforderungen der Denkmalpflege: Ein Denkmal, das über Jahre verfällt, kann irgendwann selbst zum Sanierungsfall werden, bei dem der Denkmalschutz nur noch den Verlust dokumentiert. Mit der Scheune verschwindet nicht nur ein altes Gebäude. Verloren geht auch ein Teil der historischen Ortsansicht und damit ein sichtbares Zeugnis der Vergangenheit von Oberdrees.

Die Stadt Rheinbach bietet zwar weiterhin Fördermöglichkeiten für die Sanierung von Denkmälern an. Für das Gebäude in Oberdrees kommt diese Perspektive nun jedoch zu spät.

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